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Wer's glaubt, wird selig Filmkritik

14. Aug 2012
Bewertung der Filmkritik: 3.5 von 5 Sternen
Filmkritik von Josef Gruebl , LOVEFiLM
Wer's glaubt, wird selig

Der Glaube versetzt Berge, heißt es.

Doch was passiert, wenn es trotz Glauben auf eben jenen Bergen nicht mehr schneien will? Dann hat man ein Problem - vor allem, wenn man von den Bergen und dem dazugehörigen Schnee lebt: Wirt Georg (Christian Ulmen) betreibt in dem bayerischen Skiort Hollerbach eine Gaststätte, leider fiel dort aber schon seit Jahren kein Schnee mehr. Nicht nur Georg leidet unter der Schneeflaute: Das ganze Dorf ist heruntergewirtschaftet - wo keine Touristen sind, gibt es eben auch nichts zu verdienen. Der Supermarktbesitzer (Johannes Herrschmann) steht in seinem leeren Laden, der Dorfpolizist (Simon Schwarz) langweilt sich, selbst der Bestatter (Jürgen Tonkel) hat nichts zu tun.

Aufm Dorf ist es doch am schönsten: Was Zeitschriften wie „Landlust“ oder die RTL-Bauernschau regelmäßig hochjubeln, erzählt die Heimatkomödie Wer’s glaubt, wird selig aus einer etwas anderen Perspektive. Schön ist es schon in Hollerbach, schön aber schwierig. Der Schneemangel ist aber nicht Georgs einziges Problem: Seit seine Schwiegermutter Daisy (Hannelore Elsner) bei ihm und seiner Frau Emilie (Marie Leuenberger) eingezogen ist, läuft im Ehebett nichts mehr. Daisy ist streng katholisch, in ihrem zu einem Hochaltar umgebauten Zimmer betet sie mehr Vaterunser und Rosenkränze als das ganze Dorf zusammen. Das wird ihr eines Nachts allerdings zum Verhängnis…

Wer's glaubt, wird selig

Als Daisy unter der sprichwörtlichen Last des Kreuzes das Zeitliche segnet, hat Georg eine verrückte Idee: Was wäre, wenn er seine Gott so zugewandte Schwiegermutter heilig sprechen lassen würde? Dann würden die Menschen wieder nach Hollerbach kommen – und zwar ganzjährig! Denn ein Wallfahrtsort kennt im Gegensatz zu einem Skidorf keine Saison. „Wir wären wieder im Geschäft. Wir könnten einfach in unseren Souvenirläden hocken und billige kleine Gipsfiguren fürs Zehnfache verkaufen.“ Seiner Frau erzählt er vorerst nichts von seinen Plänen, auch seine Freunde sind skeptisch – doch Georg lässt sich nicht aufhalten: Er reist heimlich nach Rom, um im Vatikan in Sachen Daisy vorzusprechen. Dass die „Heilige“ zwei Wunder bewirkt haben muss, ist da eigentlich nur noch Formsache…

Wer's glaubt, wird selig

Regie bei diesem anarchistischen Religionsspaß führte Marcus H. Rosenmüller, der seit seinem Regiedebüt Wer früher stirbt, ist länger tot als Aushängeschild des jungen bayerischen Kinos gilt. Und wie immer bei Rosenmüller überschlagen sich schon bald die Ereignisse: Ein ehemaliger Pornostar (Lisa Maria Potthoff) kommt nach Hollerbach, ein falscher Pater (Fahri Yardim) auch – und irgendwann schaut sogar der Papst höchstpersönlich (Nikolaus Paryla) in Georgs Gaststätte vorbei. Natürlich ist das völlig übertrieben, so manche Slapstick-Szene mag auch zu viel des Guten sein: Als Komödie, die die Doppelmoral der katholischen Kirche auf die Spitze treibt, funktioniert Rosenmüllers Film aber prächtig.

In Bayern ist Rosenmüller längst schon ein Star, ein unglaublich fleißiger dazu: In den vergangenen sechs Jahren hat er neun Spielfilme ins Kino gebracht, neben Komödien (Sommer in Orange) versuchte er sich an Kinderfilmen (Die Perlmutterfarbe) oder an historischen Stoffen (Sommer der Gaukler). Dass diese Filme nördlich des Mains kaum bekannt sind, liegt auch daran, dass die Darsteller echtes Bayerisch sprechen. Das ist in Wer’s glaubt, wird selig nur noch bedingt so: Die Hauptfigur Georg ist der Liebe wegen aus Hamburg nach Hollerbach gezogen, Verständnisschwierigkeiten sind damit ausgeschlossen. „Übrigens spricht Christian Ulmen auch kein gepflegtes Hochdeutsch“, meint Rosenmüller lachend, „den werden also auch nicht alle verstehen!“

,,Ich mag meinen Arbeitgeber'', meint der Papst zu Georg. Daraufhin dieser:,,Klar. Besser angestellt als selbständig, hm''

Am lustigsten ist der Film, wenn sich Georgs Freunde Wunder einfallen lassen, um die Herren aus dem Vatikan zu täuschen. Das ist so herrlich absurd, dass man dem Film die weniger gelungenen (Verwechslungs-)Gags gerne verzeiht. So bayerisch diese Komödie daherkommt, so international ist ihr Ursprung: Das Drehbuch schrieb der renommierte US-Autor Jeremy Leven (Don Juan de Marco), über Umwege landete es bei Rosenmüller. „Er hat noch einmal eine bayerische Version geschrieben, die mir aber nicht gefallen hat“, erzählt der Regisseur im Interview, „das haben wir dann selbst geändert.“ Leven zeigte sich aber bei der Premiere in München sehr angetan vom Ergebnis; er hielt es sich sogar offen, sein Buch noch einmal in Hollywood zu verfilmen. Das mag man glauben oder nicht, ein seliges Grinsen zaubert es einem aber dann doch ins Gesicht.

Wer's glaubt, wird selig Filmkritiken

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LOVEFiLM Kritik Wer's glaubt, wird selig

  • 3.5 Sterne von 5  

    Nach Josef Gruebl aus LOVEFiLM

    Wunder gibt es immer wieder: LOVEFiLM-Kritik zu »Wer?s glaubt, wird selig« mit Christian Ulmen

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Beste Kritik Wer's glaubt, wird selig

  • Tolle Unterhaltung - tolle Schauspieler

    Bewertung - 4.5 Sternen  
    Nach ein mitglied , 01. Feb 2013

    [Hoch bewerteter Kritikenschreiber]

    Habe den Film dreimal gesehen und trotzdem jedes Mal wieder gelacht - urkomisch. Beim zweiten und dritten Schauen, fallen dann die 'Feinheiten' und 'Hintergrundgedanken' auf. Für mich beste Unterhaltung mit sehr guten Schauspielern.
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Alle Kritiken

(25)
  • Lustig bis heiter

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach ein mitglied , 15. Mai 2013
    Einfach lustig. Zwar etwas übertrieben haben aber troztdem viel gelacht. Für einen deutschen Film nicht schlecht. Wer einfach nicht so viel erwartet wird hier sicher nicht enttäuscht.
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  • so ein Schmarrn

    Bewertung - 0.5 Sternen  
    Nach sapralott (30 Kritiken) aus 88131 Lindau , 27. Apr 2013
    nun, wer Rosenmüller-Filme liebt, ist hier bestens aufgehoben. Vielleicht bin ich einfach zu alt (61 Jahre) für solche platten Späße. Ich konnte jedenfalls nicht lachen, nicht ein einziges Mal. Wobei die Handlung gar nicht mal schlecht wäre - für mich jedenfalls ist der ganze Film 'läppisch'. Unter schrägem Humor stelle ich mir auch noch etwas anderes vor. Ich finde den ganzen Film 'saublöd' - schade um die Zeit. Ausleihen hat sich für mich nicht gelohnt!
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  • Ist ok. Kann man sich ansehen.

    Bewertung - 2.5 Sternen  
    Nach DerJoker (28 Kritiken) , 20. Apr 2013
    Kann man sich ansehen. Ist zwar teilweise nicht sooo lustig, aber ein paar Gute Stellen sind dabei. Sollte sich jeder selber ein Urteil bilden. Kann man sich angucken.
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  • a mordsgaudi nicht nur für bazis

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach Monnem (5 Kritiken) aus Frankfurt am Main , 09. Apr 2013
    Ich schreibe sonst keine Kritik und muss bei Komödien normalerweise nicht lachen. Hier nun die Ausnahme: Der Film ist lustig, auch wenn nicht jeder Gag zündet. Zwei Szenen habe ich im Gedächtnis behalten, die mir an schlechten Tagen ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Es hilft natürlich, wenn man aus Bayern stammt und/oder katholisch sozialisiert wurde. Ein Ungetaufter aus - sagen wir mal - Brandenburg wird schwieriger einen Zugang finden.
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  • Tolle Idee, schlechter Film

    Bewertung - 1.5 Sternen  
    Nach ein mitglied , 30. Mär 2013
    Tolle Idee, schlechter Film. Humor? Zumindest nicht meiner. Slapstick und platte Gags. Vom Regisseur Rosenmüller hätte ich viel mehr erwartet. Ulmen nervt nur.
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