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The Ides of March Filmkritik

20. Dez 2011
Bewertung der Filmkritik: 4.5 von 5 Sternen
Filmkritik von Josef Gruebl , LOVEFiLM
The Ides of March

Wenn sich die Deutschen ihren Kanzler aussuchen könnten, würden sie Günther Jauch wählen. Und die Amerikaner? Würden sich vermutlich für George Clooney entscheiden.

Okay, zumindest diejenigen, die mit der Demokratischen Partei sympathisieren und die sich nicht von den tumben Parolen der Tea Party einfangen lassen… Jemand wie Clooney wäre erste Wahl für politische Führungsposten: Intelligent, integer, smart und engagiert. Der Mann hat klare Vorstellungen von einer besseren Welt, ist überzeugend und scheut sich nicht davor, seine Meinung kundzutun. Auch wenn er damit so einigen Leuten vor den Kopf stößt. Oder ist das nur das Bild, das George Clooney in der Öffentlichkeit vermittelt?

Wenn man sich seinen neuen Film The Ides of March – Tage des Verrats ansieht, könnte man auf diesen Gedanken kommen. Clooney spielt darin einen Berufspolitiker namens Mike Morris, seines Zeichens Gouverneur von Pennsylvania und einer der aussichtsreichsten Kandidaten der Demokratischen Partei für das Amt des US-Präsidenten. Das ist kein Wunder: Einen so modernen, telegenen sowie aufgeschlossenen Politiker würden sich im heutigen Medien- und Politzirkus nicht nur die Amerikaner wünschen. Auch sein Pressesprecher Stephen Meyers (Ryan Gosling) steht hundertprozentig hinter Morris: Er ist jung, idealistisch und kämpft rund um die Uhr für die gute Sache – sprich: die Wahl von Morris.

George Clooney

„Ich bin mit Ihrem Wahlkampf verheiratet“, antwortet er dann auch, als ihn Morris einmal danach fragt, ob er denn liiert sei. „Gute Antwort“, meint dieser darauf und lacht. Das Lachen wird ihm allerdings schon bald vergehen: Als die Praktikantin Molly (Evan Rachel Wood) in Stephens Team eingeteilt wird, ist es um den jungen Mann geschehen: Er verguckt sich in die verführerische junge Frau, kurze Zeit später landen die beiden in ihrem Bett. Doch für Molly ist Stephen nicht der einzige Mann in ihrem Leben: Mitten in der Nacht erhält sie ominöse Anrufe auf ihrem Dienst-Handy. Und dann wäre da noch ein Geheimnis, das nicht nur ihr Leben von Grund auf verändert...

Ungefähr zur selben Zeit bekommt Stephen einen Anruf von einem prominenten Wahlkampfleiter: Tom Duffy (Paul Giamatti) kümmert sich um die Kampagne eines Konkurrenten und möchte Stephen abwerben. Der junge Mann fühlt sich geschmeichelt, zögert ein wenig und lehnt ab. Korrekt verhalten, könnte man glauben. Doch Stephens‘ direkter Chef, Morris‘ Wahlkampfleiter Zara (Philip Seymour Hoffman), sieht das anders: Er beschuldigt Stephen der Illoyalität, hätte ihn dieser doch sofort über das gegnerische Angebot informieren müssen. Und so steht der Pressesprecher im nächsten Augenblick ohne Job auf der Straße. Jedes Zeichen von Schwäche wird in diesen Kreisen eben gegen einen verwendet. Stephens Lehre daraus: Es den anderen gleichtun und nach ihren Schwächen suchen.

Ich bin nur eine Praktikantin, meint Evan Rachel Wood und blickt Ryan Gosling dabei tief in die Augen.

The Ides of March ist die Verfilmung eines 2008er Theaterstücks von Beau Willimon namens “Farragut North”. Was es mit diesem Titel (dem Namen einer U-Bahn-Station in Washington) auf sich hat, erfahren die Zuschauer im Laufe des Films. George Clooney, der nicht nur vor der Kamera stand, sondern auch am Drehbuch mitgeschrieben und Regie geführt hat, entschied sich aber für einen anderen Titel: Der neue Titel erinnert an Shakespeares Drama „Julius Caesar“ („Beware the Ides of March…“), wonach der römische Staatsmann an eben jenem 15. März getötet wurde. Gleichzeitig finden in den USA auch immer Mitte März die Vorwahlen für die Präsidentschaftswahl statt.

George Clooney bleibt in seinen Regiearbeiten also politisch, der Film ist ein würdevoller Nachfolger zu seinem Oscar-nominierten Drama Good Night, and Good Luck aus dem Jahr 2005. Mehr noch: Mit diesem packenden Wahlkampfdrama liefert Regisseur Clooney sein bisheriges Meisterstück ab. Die Tatsache, dass Politik ein äußerst schmutziges Geschäft ist, dürfte dem Publikum bekannt sein – da erzählt Clooney nichts Neues. Die souveräne Art aber, wie er diese Geschichte inszeniert, ist absolut sehenswert. Auch die Schauspieler (ohnehin die Besten, die in Hollywood derzeit zu haben sind) agieren durchgehend großartig. Wie aber sieht es nun wirklich mit Clooneys politischen Ambitionen aus? Nein, er werde nicht in die Politik wechseln, meinte er während des Filmfestivals in Venedig. Der Mann, der derzeit im Oval Office sitze, sei ohnehin netter und besser als alle anderen. Mal sehen, ob das die Amerikaner bei der nächsten Wahl genauso sehen.

The Ides of March Filmkritiken

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LOVEFiLM Kritik The Ides of March - Tage des Verrats

  • 4.5 Sterne von 5  

    Nach Josef Gruebl aus LOVEFiLM

    LOVEFiLM-Filmkritik zu George Clooneys »The Ides of March«

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Beste Kritik The Ides of March - Tage des Verrats

  • Idealist - Realist

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach Emma29 (15 Kritiken) , 20. Dez 2011

    [Hoch bewerteter Kritikenschreiber]

    Stephen Meyers (Gosling) kämpft voller idealistischer Ideen für seinen favorisierten Kandidaten (Clooney), tappt in die unvermeidliche politische Falle, die seine Karriere beendet und schmeißt die Ideale zum Fenster raus, um sich einen besseren Job zurückzuholen.

    In a nutshell (wie man auf englisch so schön sagt) ist das die Handlung - und es beeindruckend zu sehen, wie sie sich entwickelt, wie der Lack, bei Morris und bei Meyers so langsam abblättert und die hard-core Politiker zu Tage treten.

    There's no business like show business und das ist es was dieser Film zeigt - Politik, wenn auch getrieben von guten Ideen, vielleicht sogar Idealen, ist nichts als show business und die gute Show gewinnt.

    Absolut sehenswerter Streifen, mit hervorragenden Darstellern - besonders Gosling.
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Alle Kritiken

(72)
  • Nicht überzeugend

    Bewertung - 1.5 Sternen  
    Nach Cutter (3 Kritiken) , 14. Mai 2013
    Der Film ist ohne Frage gut besetzt, aber die Umsetzung ist langweilig. Politik kann man spannender in Szene setzen. Hier hätte sich George Clooney für eins entscheiden sollen - selber mitspielen oder sich auf die Regie konzentrieren. So ist beides nur halber Kram!
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  • Politik von innen.....

    Bewertung - 5.0 Sternen  
    Nach ein mitglied , 12. Mai 2013
    Sehr dicht, leise und packend. Sehr gute Akteure, die Besetzung passte zum Thema. Allerdings kein Film für Actionfans, es fliegen keine Fäuste und Hetzjagden gibt es auch nicht...
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  • Sehr guter Film - klasse Haupdarsteller.

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach Archangel_in_Black (20 Kritiken) , 01. Mai 2013
    Eigentlich weiß man ja all das schon. was in 'The ides of march' gezeigt wird. Aber hier kommt alles mit voller Wucht geballt noch einmal auf den Tisch. Politiker die Ihre Ideale verraten, um die Macht mit aller Gewalt zu ergreifen, politisch zwiefelhafte Schachzüge, gezielte Intrigen, Demontage wichtiger Personen und nicht zuletzt die kleinen schmutzigen Geheimnisse, die einen auf ewig erpressbar machen. Ryan Gosling verkörpert den so idealistischen, dann den zweifelnden, unberührbaren und letzendlich den verzweifelten und wieder eiskalten Hauptcharakter so hervorragend - das ist schon beeindruckend. Wieder einmal erkannt man, dass das die Ideale für eine große Show weichen müssen. ...und plötzlich ist der Film zuende. Da hab ich erst gedacht mein DVD-Player hat ein paar Kapitel übersprungen. Aber nein - das Ende kommt so plötzlich, da alles erzählt ist, was erzählt werden muss. Sonst würde es wohl Wiederholungen geben. Top Film. Gut gemacht Mr. Clooney!
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  • Amerikanische Politik ... so ist es !?

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach jarzen (15 Kritiken) , 23. Mär 2013
    Also falls es in der Politik so läuft, dann könnte man Angst bekommen. Wenn Person mit Idealen, die etwas verändern will, feststellt, dass es doch anders läuft - da kann man entweder Selbstmord beginnen oder mitschwimmen ... Presidentschaftswahl für Realisten! Sehr gut!
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  • The Ides of March

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach jueroschi (5 Kritiken) , 15. Mär 2013
    Absolut gut gemachter Film! Er zeigt den wirklich skrupellosen amerikanischen Wahlkampf! Top Schauspieler! Von Anfang bis Ende spannend und unterhaltsam!
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