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Planet der Affen - PRevolution Filmkritik

05. Jan 2012
Bewertung der Filmkritik: 4 von 5 Sternen
Filmkritik von Josef Gruebl , LOVEFiLM
Planet der Affen - PRevolution

Computertricks sind eine tolle Sache. Untergehende Piratenschiffe, Verfolgungsjagden in fernen Galaxien, nasenlose Zauberer - alles kein Problem.

Autos, die sich in dauerprügelnde Kampfroboter verwandeln, blutleere Kriegerinnen in Schuluniformen und sprechende Meerschweinchen sind es leider auch nicht: Hollywoods Tricktechniker machen eben vor nichts Halt. Vor allem für Filmtiertrainer sind harte Zeiten angebrochen, seitdem ihre Lieblinge gleich reihenweise am Rechner nachgebildet werden. Störrische Miezen und sabbernde Tölen am Filmset waren gestern, im Jahr 2011 kommt Hollywoods Tierelite aus dem Rechner und nicht mehr aus dem Stall. Ihren natürlichen Ebenbildern sind sie sowieso haushoch überlegen.

So beeindrucken die Helden aus Hop – Osterhase oder Superstar, Der Zoowärter oder Alvin und die Chipmunks 3 mit glänzendem Fell und grazilen Bewegungen. Leider quasseln sie auch ohne Unterlass, dabei sind sprechende Tiere für Zuschauer, die dem Grundschulalter entwachsen sind, nur schwer zu ertragen. Zum Glück geht es in Sache computeranimierte Tierwelt auch anders, bestes Beispiel dafür ist der Kinohit Planet der Affen – PRevolution: Die titelgebenden Schimpansen halten ihr Maul, in Sachen Kommunikation sind sie trotzdem ganz vorne mit dabei. Mehr noch: Einen ausdrucksstärkeren Pixelhelden wie Affen-Anführer Caesar hat es im Filmjahr 2011 nicht gegeben. Um sein Wohl bangt das Publikum bis zur allerletzten Minute.

Neu ist die Idee mit dem Affenplaneten natürlich nicht; der erste Film der Erfolgsreihe erschien bereits im Jahr 1968. Damals spielte Charlton Heston einen Astronauten, der erst am Ende des Films begreift, dass der von ihm angesteuerte, von Affen regierte Planet ja eigentlich die Erde ist. Dieser Überraschungseffekt war in den vier Fortsetzungen sowie in der 14-teiligen Fernsehserie natürlich weg, ihr Publikum fanden sie dennoch. Auch das 2001er Remake von Tim Burton war ein Publikumshit, inhaltlich konnte der Meisterregisseur dem zivilisationskritischen Stoff aber wenig Neues abgewinnen. Immerhin sahen seine Menschen im Affenkostüm (unter anderem Burtons Frau Helena Bonham Carter als sexy Rebellin) richtig gut aus.

Die 2011er Ausgabe vom Planet der Affen macht dagegen einiges anders – und das nicht nur wegen der digitalen Affen. Die Story des Films knüpft nicht an die bisherigen Filme an, sondern spielt noch vor Beginn des Originals mit Charlton Heston. Prequels nennt man solche Vorgeschichten, ähnliche Erzählmuster kennt man auch von X-Men – Erste Entscheidung, Star Trek und den Star Wars-Filmen. Das ist einerseits clever, da das produzierende Studio auf diese Weise von vorn anfangen und trotzdem eine neue Geschichte erzählen kann. Andererseits ist bei einem Prequel immer klar, wie es ausgehen wird. Das ist auch der größte Nachteil dieser doppeldeutig betitelten PRevolution: Die Handlung ist dann doch sehr vorhersehbar.

Freida Pinto und James Franco

Erzählt wird die Geschichte des jungen Wissenschaftlers Will Rodman (James Franco), der für ein Pharmaunternehmen in San Francisco nach einem Mittel gegen Alzheimer forscht. Nach einem tragisch gescheiterten Experiment mit Menschenaffen lässt die Konzernleitung sämtliche Versuchstiere töten. Will kann nur das Baby einer Schimpansen-Dame retten; er nimmt es mit nach Hause und gibt ihm den Namen Caesar. Schon bald entwickelt der Affenjunge unglaubliche geistige Fähigkeiten, er spielt Schach und erlernt eine komplexe Zeichensprache. Doch nicht jeder ist von Caesars Fähigkeiten beeindruckt: So muss der Forscher seinen tierischen Mitbewohner nach einem unglücklichen Zwischenfall in ein privates Tiergehege abgeben. Doch das ist erst der Anfang vom Aufstieg der Affen...

Caesar hält sein Maul, kommunikativ ist er trotzdem ganz vorne mit dabei.

James Franco und seine Filmliebe Freida Pinto sind die Hauptdarsteller, der Star des Films aber ist Caesar. Dieser wurde mithilfe des Motion Capture Verfahrens von Andy Serkis zum Leben erweckt. Der britische Schauspieler gilt als Experte für virtuelle Rollen: Er spielte bereits den Gollum in der Herr der Ringe-Trilogie, auch als King Kong oder als Haddock in Die Abenteuer von Tim und Struppi konnte er Erfolge feiern. Als Caesar ist er eine Sensation: Sein Gesicht spricht Bände, sein Blick ist herzzerreißend. Kein Wunder, dass der Ruf nach einer Oscar-Nominierung für diese Rolle immer lauter wird. Caesar ist natürlich auch das Resultat einer immer perfekteren Tricktechnik, der restliche Film aber hält sich mit digitalen Effektschlachten auffallend zurück. Das verstärkt die Aussage des Films, den Regisseur Rupert Wyatt spannend und äußerst smart inszeniert hat. Wir freuen uns schon auf die Fortsetzung.
 

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