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Lachsfischen im Jemen Filmkritik

16. Mai 2012
Bewertung der Filmkritik: 4.5 von 5 Sternen
Filmkritik von Josef Gruebl , LOVEFiLM
Lachsfischen im Jemen

Die Menschen auf der südlichen Arabischen Halbinsel kann man nicht unbedingt als Experten in Sachen Lachszucht bezeichnen.

Ihr Erfahrungsschatz in diesem Bereich dürfte sich auf die fachgerechte Bearbeitung und Zerlegung von Haien, Sardinen oder Thunfischen beschränken. Diese sind im Golf von Aden reichlich vorhanden. Aber nordeuropäische Lachse im Wüstenstaat Jemen, die sich vor Ort auch noch vermehren sollen? Das hört sich genauso verrückt an wie Skifahren in Dubai, Eisbären in Kalifornien oder ein tropisches Freizeitbad in Brandenburg. Wobei: Das gibt es ja alles, mit viel Kapital und noch mehr gutem Willen lassen sich eben auch die ausgefallensten Ideen realisieren.

Das denkt sich auch Scheich Muhammad ibn Zaibi bani Tihama (Amr Waked) in der britischen Literaturverfilmung Lachsfischen im Jemen: Der schwerreiche Wüstenprinz ist ein passionierter Fliegenfischer aus dem Jemen und möchte seinen Landsleuten sein Hobby näherbringen. Deshalb will er zehntausend schottische Lachse in seine Heimat importieren. Seine hübsche Assistentin mit dem ebenfalls hübschen Zungenbrecher-Namen Harriet Chetwode-Talbot (Emily Blunt) soll die notwendigen Formalitäten klären, Kosten spielen keine Rolle. Was die betroffenen Lachse davon halten, ist ebenfalls egal: Diese brauchen Flüsse, ganz bestimmte, keinesfalls zu hohe Temperaturen und viel frisches Wasser – nichts davon kann der Jemen bieten.

Das weiß auch der schottische Ministerialbeamte Dr. Alfred Jones (Ewan McGregor), der die Anfrage von Mrs. Chetwode-Talbot empört ablehnt. Doch die Dame gibt sich nicht so schnell geschlagen: Während ihr Jones noch die Unmöglichkeit ihres Wunsches erklärt, bekommt die Pressesprecherin des britischen Premierministers Wind von der Sache. Patricia Maxwell (herrlich komisch: Kristin Scott Thomas) hat nach einem britischen Fehltritt in Afghanistan ein Problem: „Wir brauchen eine richtig positive Geschichte aus dem Nahen Osten, einen Kracher!“ Die irre Fisch-Geschichte kommt der resoluten Lady da gerade recht. Und so erhält Dr. Jones eines Tages den Befehl von ganz oben, sich des Lachs-Projektes anzunehmen. Anderenfalls war er die längste Zeit Ministerialbeamter...

„Das Ganze ist ein bescheuerter Witz“, beklagt sich Jones bei seinem Chef und seiner Frau. Aber genau das ist es, warum der Film so wunderbar funktioniert. Er erzählt mit den Mitteln der satirischen Komödie etwas über die Absurdität des Lebens. Die Geschichte mit den Lachsen ist dabei eigentlich nebensächlich, es könnte auch etwas ganz anderes sein. Im Roman von Paul Torday geht auch um den Glauben an das Unmögliche, Drehbuchautor Simon Beaufoy hat ihn in ein tolles Drehbuch verwandelt. Der Oscar-Preisträger schrieb bereits die Vorlagen für Hits wie Slumdog Millionär oder 127 Hours, auch bei diesem Film erweist er sich als Experte für temporeiche und witzige Geschichten mit Substanz.

Lachsfischen im Jemen

Viel beachtlicher als die Verpflichtung von Drehbuchautor Simon Beaufoy finden wir aber die Wahl des Regisseurs: Der Schwede Lasse Hallstrom hat im Laufe seiner langen Karriere einige schöne Filme gedreht (Gilbert Grape, Gottes Werk und Teufels Beitrag), in den letzten Jahren brachte er aber nicht viel mehr zustande als zuckersüße Dramen (Hachiko, Das Leuchten der Stille). Dass er mit Mitte sechzig noch einen dermaßen charmanten wie spritzigen Film hinbekommt, hätte im Vorfeld wohl keiner gedacht. Der Regisseur gilt in Hollywood als Experte für routiniert erzählte Liebesgeschichten; kein Wunder also, dass es auch in Lachsfischen im Jemen eine kleine Liebelei gibt.

Wenn Ihr Scheich unbedingt Geld zum Fenster hinauswerfen will, soll er sich einen Fußballverein kaufen, meint Dr. Jones süffisant.

Aber auch diese inszeniert er ganz zart und liebevoll: Schließlich sind sowohl Alfred als auch Harriet vergeben. Er steckt in einer routinierten Ehe fest, sie ist verliebt in einen britischen Soldaten. Als dieser nach Afghanistan abkommandiert wird, beginnt eine Zeit des Hoffens und Bangens. Wie die Geschichte ausgeht, wollen wir an dieser Stelle nicht verraten. Nur so viel: Verstohlene Blicke sagen manchmal viel mehr als heiße Küsse. Und wer hätte gedacht, dass ein schlichtes Händchenhalten so wirkungsvoll herüberkommen kann? Da sieht man auch gerne über den halbherzig eingeschobenen Terroristen-Plot hinweg, der zum Ende hin noch einmal für Tempo sorgen soll. Das hat der Film gar nicht nötig: Er ist auch so absolut sehenswert.

Filmkritik von Josef Grübl für LOVEFiLM

Lachsfischen im Jemen Filmkritiken

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LOVEFiLM Kritik Lachsfischen im Jemen

  • 4.5 Sterne von 5  

    Nach Josef Gruebl aus LOVEFiLM

    LOVEFiLM-Kritik zu »Lachsfischen im Jemen« mit Ewan McGregor und Emily Blunt

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Beste Kritik Lachsfischen im Jemen

  • wunderbare Geschichte

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach Jessie74 (4 Kritiken) , 22. Nov 2012

    [Hoch bewerteter Kritikenschreiber]

    wunderbar erzählte Geschichte mit einem wunderbar schrulligen Evan McGregor :-) ohne viel Hektik erzählt, mit vielen Seitenhieben auf die englische Gesellschaft
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Alle Kritiken

(43)
  • Unspektakulär, aber wunderschön !

    Bewertung - 4.5 Sternen  
    Nach RAuster (49 Kritiken) aus Dachau , 11. Mai 2013
    Schon das Buch war wunderbar, aber die Verfilmung hat es auch in sich. Hier ist für jede und jeden was dabei: Action, Komödie, Romanze, Schottland und Wüste - und ganz nebenbei viel Lebensweisheit. Klare Empfehlung für alle, die gerne mehrschichtige Filme mögen und dabei auf britischen Humor nicht verzichten wollen.
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  • Leider überflüssig

    Bewertung - 1.5 Sternen  
    Nach ein mitglied , 09. Mai 2013
    Gähn. Völlig klischeehaft und auch unglaubwürdig erzählte Story ohne tieferen Sinn und mit einem banalen und absolut vorhersehbaren Ende.Leider auch nicht besonders witzig... Habe von Lasse Hallstroem wahrlich einen besseren Film erwartet!
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  • Ein kleines Juwel ...

    Bewertung - 5.0 Sternen  
    Nach glanzlichter123 (12 Kritiken) , 05. Mai 2013
    Die Geschichte ist einfach wunderbar. Nicht zuletzt durch die hervorragend besetzten Charaktere ist dieser Film absolut zu empfehlen. Weit weg vom Mainstream ist hier ein Film gelungen, der ein schönes Wochenende zu einem phantastischen Wochenende macht - man bekommt einfach nur gute Lauen :)!!!
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  • Langweilig und enttäuschend

    Bewertung - 2.0 Sternen  
    Nach ein mitglied , 09. Apr 2013
    So ein langweiliger und uninteressanter Film! Ein absoluter Schmarrn! Wahrscheinlich nur für Angler interessant, wenn überhaupt! Komme nicht hinter den Sinn des Films!
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  • Schöner und sehenswerter Film

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach Sultan (26 Kritiken) aus Rösrath , 09. Apr 2013
    Interessante und unterhaltsame Story. Ein bemerkenswerter Film mit tollen gute Schauspieler. Auf jeden Fall sehenswert. Dieser Film sorgt für einen entspannten Fernsehabend mit Witz aber auch mit Romantik.
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