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London Boulevard Filmkritik

04. Apr 2012
Bewertung der Filmkritik: 2.5 von 5 Sternen
Filmkritik von Josef Gruebl , LOVEFiLM
London Boulevard

Dass ein Drehbuchautor, der seine Storys in die Hände von Meisterregisseuren wie Martin Scorsese oder Ridley Scott gegeben hat, irgendwann selbst mal Regie führen will: Verstehen wir.

Dass er sich nach dem Drehbuch-Oscar seines größten Hits Departed – Unter Feinden ebenfalls einen Gangsterfilm vorgenommen hat: Nachvollziehbar. Dass er einen gut besprochenen Kriminalroman als Vorlage nimmt und diese eigenhändig in ein Drehbuch umarbeitet: Haben wir nicht anders erwartet. Dass der fertige Film dann aber ausgerechnet wegen Drehbuchproblemen ins Schlingern gerät: Das ist dann doch eine ziemliche Überraschung.

Vor allem aber ist es schade. Hätte doch London Boulevard , so der Titel des Regiedebüts von William Monahan, ein Meilenstein des jüngeren britischen Kinos werden und das zuletzt etwas schwächelnde britische Gangsterfilm-Genre mit einem Schlag revitalisieren können. Dieses erlebte in den 60er Jahren mit dem verlässlich coolen Michael Caine seinen ersten Höhepunkt und bescherte uns in den letzten zehn Jahren Filmperlen wie Snatch, Layer Cake oder  Sexy Beast. Die klassische Story vom Underdog, der auf den Straßen Londons seinen meist nicht ganz sauberen Geschäften nachgeht, hat sich also ganz gut ins neue Jahrtausend hinüberretten können.

„Im Gefängnis habe ich gelernt: Kompulsiv ist, wenn man etwas immer wieder macht. Obsessiv, wenn man immer wieder an etwas denkt.“ So beginnt der Ich-Erzähler seine Geschichte in der Romanvorlage von Ken Bruen. Kompulsiv und obsessiv geht es dann auch weiter, als der Kleinganove Mitchel (Colin Farrell) aus dem Knast entlassen wird. Dabei hat er sich doch vorgenommen, ein besserer Mensch zu werden: Keine krummen Geschäfte mehr, dafür einen anständigen Job, eine nette Frau, vielleicht sogar ein paar Kinder. Vor den Gefängnistoren wartet aber schon sein alter Kumpel Billy (Ben Chaplin) auf ihn: Und was der von Mitchels guten Vorsätzen hält, kann man sich ja denken…

Colin Farrell

Billy hat eine Willkommens-Party für den verlorenen Sohn der Londoner Gangsterfamilie organisiert, auch Mitchels flatterhafte Schwester Briony (Anna Friel) lässt sich blicken. Doch dann hilft er einer Unbekannten auf der Straße – und diese öffnet ihm aus Dankbarkeit völlig neue Türen: Sie stellt ihn der berühmten Jungschauspielerin Charlotte vor, die sich nach ein paar privaten Katastrophen hinter die Mauern ihrer Innenstadt-Villa zurückgezogen hat und dringend Schutz vor den Paparazzi braucht. Keira Knightley spielt diesen Filmstar am Rande des Nervenzusammenbruchs sehr überzeugend, einmal läuft sie verkleidet und ziemlich verängstigt durch die Stadt – an Postern mit ihrem Konterfei darauf.

Was wird wohl ein Foto von meiner Leiche wert sein, fragt Charlotte ihren neuen Bodyguard.

„Das Leben eines Prominenten ist vergleichbar mit den Göttern einst im Olymp“, erklärt Charlottes Manager Jordan (sehr cool: David Thewlis) dem Neuling Mitchel. Das Volk sei eben neugierig, was die da oben so treiben. Mitchel nimmt seine neue Aufgabe ernst und legt sich mit ein paar besonders hartnäckigen Fotografen persönlich an. Auch zwischenmenschlich läuft es gut zwischen ihm und seiner neuen Chefin – wer aber eine kitschige Lovestory á la Bodyguard erwartet, sitzt im falschen Film. Schließlich wird Mitchel immer wieder von den Geistern seiner Vergangenheit eingeholt: Seinen Kumpel Billy hält er ja noch ganz gut in Schach, Unterweltboss Gant (Ray Winstone) ist dagegen noch mal eine ganz andere Nummer…

Es ist die klassische Geschichte vom Aufstieg und Fall eines bösen Buben, die hier erzählt wird. Es geht also weniger um das „Was“, als um das „Wie“: Und dieses „Wie“ gelingt William Monahan ziemlich gut. Sein Film ist bis auf die letzte Nebenrolle gut besetzt, die Kameraarbeit exquisit, der 60ies-Soundtrack ultracool. Umso bedauerlicher ist es also, dass die Story mitunter recht holprig ist. Nebenfiguren wie Mitchels Schwester oder der zwielichtige Cop Baily (Eddie Marsan) tragen nicht wirklich etwas zur Handlung bei. Gut möglich, dass ihre Auftritte (aus welchen Gründen auch immer) stark geschnitten wurden… Diesen Eindruck hat man auch bei der Liebesgeschichte zwischen Charlotte und Mitchel: So richtig nachvollziehbar ist diese nicht. Wen das aber nicht stört, bekommt mit London Boulevard einen stilsicheren und gut gespielten Gangsterfilm präsentiert. 

 

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London Boulevard Filmkritiken

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LOVEFiLM Kritik London Boulevard

  • 2.5 Sterne von 5  

    Nach Josef Gruebl aus LOVEFiLM

    LOVEFiLM-Filmkritik zu »Kochen ist Chefsache« mit Jean Reno

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Beste Kritik London Boulevard

  • Seichte verwirrende Story ohne Hintergrund

    Bewertung - 1.0 Stern  
    Nach ein mitglied , 12. Mai 2012

    [Hoch bewerteter Kritikenschreiber]

    Den Film braucht man nicht zu sehen, er ist reine Zeitverschwendung. Letztendlich kommt in dem Film keine Spannung auf und der Unterhaltungswert ist eher gering.
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Alle Kritiken

(34)
  • ein seltsamer Film ...

    Bewertung - 2.5 Sternen  
    Nach Santa (8 Kritiken) aus Oberkotzau , 08. Mai 2013
    ... denn die einzelnen Personen sind wirklich gut gespielt (gerade Ray Winstone und auch David Thewlis zuzusehen ist ein Genuss), die Story bietet viel Möglichkeiten, es gibt Zeitweise Spannung ... aber es wirkt alles zusammengestöpselt und bruchstückhaft, bleibt sperrig und gehört irgendwie nicht wirklich zusammen. Schade.
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  • ja im wahrsten Sinne des Wortes ein Boulevard...

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach ein mitglied , 11. Apr 2013
    Ein guter Film mit einer etwas anderen Art der Erzählweise, aber doch spannend und nachdenkenswert!!! Brutal und auch weich zugleich, jedoch kann man gut folgen... Ein hartes Leben und eine harte Zeit, und der Schluß blieb mir förmlich erschrocken im Hals stecken... hätte ich so nicht erwartet, daher find ich ihn sehenswert, mal ein etwas ganz anderer Colin Farrell... warum nicht?
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  • Kein typischer Colin Farell Film

    Bewertung - 2.5 Sternen  
    Nach ein mitglied , 17. Mär 2013
    Man denkt, jetzt wird alles gut, aber nach kurzer Zeit merkt man, hier holt die Vergangenheit ihn wieder ein und die Handlung ist schnell absehbar, schade!!!
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  • Interessante Story!

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach ein mitglied , 24. Feb 2013
    Die Story ist interessant, die Besetzung großartig. Dieser Film zog mich wirklich in seinen Bann. Man sollte ihn sich auf jeden Fall einmal anschauen.
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  • Durchschnittlicher Gangsterfilm

    Bewertung - 3.0 Sternen  
    Nach Rafi (1 Kritik) , 16. Jan 2013
    Durchschnittlicher Brit-Gangsterfilm. Story ähnlich zu Layer Cake, der allerdings in vielen Punkten konsequenter ist. Sympatischer und cleverer Gangster will aussteigen, ein Boss will ihn daran hindern, ein paar letzte Geschäfte werden gemacht, Konfrontation und Eskalation der Gewalt. Netter Film, besonders für Farell-Fans, aber etwas seicht und an mancher Stelle unglaubwürdig.
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