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Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 Filmkritik

16. Sep 2011
Bewertung der Filmkritik: 4.5 von 5 Sternen
Filmkritik von Josef Gruebl , LOVEFiLM
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2

Dass Harry Potter und seine Freunde überall auf der Welt so beliebt sind, ist schon erstaunlich. Harry hätte sich mit seiner altbackenen Brille auf einem stinknormalen Schulhof mit Sicherheit Prügel eingefangen, Streberin Hermine wäre bei ihren Mitschülerinnen in etwa so gut angekommen wie Hilary Clinton beim amerikanischen Wähler. Und Ron Weasley?

Mal ehrlich: Den nehmen sie ja noch nicht mal in Hogwarts ernst… Aber vielleicht ist gerade das ihr Erfolgsgeheimnis: Die drei berühmtesten Zauberlehrlinge der Welt sind nicht nur anders als die anderen, sondern auch unverwechselbar – und das nicht nur wegen ihrer magischen Kräfte. Das stellen sie auch beim großen Finale Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2 unter Beweis.

Nach sieben Büchern und ebenso vielen Filmen hat es sich mit diesem achten Film (das letzte Buch der Saga wurde vor allem wegen kommerzieller Interessen in zwei Teilen verfilmt) endgültig ausgepottert. Harry (Daniel Radcliffe) ist nun erwachsen, die Schulzeit in Hogwarts vorbei. Vorher aber muss er sich im actionreichen Finale seinem größten Feind stellen. Und der heißt bekanntlich Lord Voldemort, den Ralph Fiennes wie auch schon in den letzten Filmen ganz großartig (und völlig nasenlos) spielt. War der finstere Magier (besser bekannt als „Du-weißt-schon-wer“) bislang immer nur kurz zu sehen, kommt ihm im Finale endlich eine tragende Rolle zu.

Schon beim Auftaktfilm Harry Potter und der Stein der Weisen aus dem Jahr 2001 war es der Potter-Erfinderin Joanne K. Rowling wichtig, dass die Geschichte in englischer Hand bleibt: So kamen trotz der vielen Dollars aus Hollywood, die für die Umsetzung eines solch gewaltigen Projekts nötig sind, nur die profiliertesten Schauspieler von der Insel zum Einsatz. Neben Ralph Fienns waren das Jim Broadbent (als Horace Slughorn), Maggie Smith (als Minerva McGonagall), Robbie Coltrane (als Rubeus Hagrid), Emma Thompson (als Sybil Trelawney), Gary Oldman (als Sirius Black), Helena Bonham Carter (als Bellatrix Lestrange) und viele andere mehr. Auch ihnen ist es zu verdanken, dass die Harry Potter-Saga immer ein wenig besser war als die Konkurrenz von der Fantasy-Front.

Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint

Aber zurück zum Film: Waren wir von Teil 1 der „Heiligtümer“ noch etwas enttäuscht (Bilder und Atmosphäre sind zwar absolut fantastisch, die Story dagegen recht langatmig…), gibt es beim zweiten Teil nichts mehr zu meckern. Noch immer sind Harry, Hermine (Emma Watson) und Ron (Rupert Grint) auf der Jagd nach den Horkruxen - den Gegenständen, in denen Voldemort seine dunkle Seele versteckt hat. Mal rasen sie mit einer Art Achterbahn durch eine steile Felslandschaft, dann wiederum reiten sie auf einem Feuer speienden Drachen. Am Ende müssen sie aber wieder dorthin, wo alles angefangen haben: In ihre alte Lehranstalt, die Zauberschule Hogwarts. Dort ist die Stimmung freilich alles andere als zauberhaft…

Vor den Toren warten bereits Voldemort und seine finsteren Gesellen. Sie fordern den Kopf von Harry, doch dessen Mitschüler und Lehrer halten ihm die Treue. Eine besondere Rolle kommt dabei dem verhassten Severus Snape (Alan Rickman) zu, der in einem der schönsten Momente des Films sein wahres Gesicht zeigt. Auch mit dem im sechsten Teil verstorbenen Professor Dumbledore (Michael Gambon) gibt es ein Wiedersehen – in der Welt der Zauberer ist eben vieles mögliches. Das ist auch einer der Stärken dieses Films: Trotz der vielen Actionszenen und den halsbrecherischen Verfolgungsjagden findet Regisseur David Yates immer wieder Momente der Ruhe, an einigen Stellen darf sogar gelacht werden. Er hält sich eng an die Vorlage, findet dafür aber starke Bilder.

Die lesenden Potter-Fans wissen natürlich, wie das Ganze ausgeht, bei Harrys letztem Kampf werden sie aber trotzdem ganz schön schlucken müssen. Allen anderen wollen wir das Ende (und den witzigen Epilog des Films) nicht verraten, es wird nämlich noch einmal richtig spannend. „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ ist ein würdiger Abschluss der Erfolgsreihe, der Film ist dramatisch, imposant und unterhaltsam. Vor allem aber ist er ergreifend: Spätestens wenn Harry vor seinem schwersten Kampf steht, dürften bei den Zuschauern die Tränen fließen… Nach einem Jahrzehnt voller magischer Momente verabschieden wir uns von einem Helden, der auf der ganzen Welt heiß und innig geliebt wird. Danke, Harry!

Potter-Fans werden bei Harrys letztem Kampf ganz schön schlucken müssen.

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 2 Filmkritiken

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