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Drive Filmkritik

25. Jan 2012
Bewertung der Filmkritik: 5 von 5 Sternen
Filmkritik von Josef Gruebl , LOVEFiLM
Drive

Bei vielen Filmen weiß man nach wenigen Minuten, ob sie gut sind oder nicht. Drive ist anders: Die ersten Szenen sind so gut, dass man erst einmal verunsichert ist.

Man fragt sich als Zuschauer: Ist das jetzt ein absolutes Meisterwerk? Oder stürzt der Film nach dem grandiosen Start gnadenlos ab? Keine Sorge: Das US-Debüt des dänischen Regisseurs Nicolas Winding Refn ist großes Kino, ein durchgestylter und brutaler Thriller mit Kultpotential. Zart besaiteten Gemütern mögen die plötzlichen Gewaltausbrüche zu viel sein, Filmenthusiasten dürften dagegen hellauf begeistert sein. Begeisterung gab es übrigens auch bei den Filmfestspielen in Cannes, wo Drive im Mai 2011 seine Weltpremiere erlebte: Dort wurde Nicolas Winding Refn als bester Regisseur ausgezeichnet.

Aber fangen wir am Anfang an, bei den beunruhigend guten ersten Minuten des Films: Es beginnt in einem spärlich möblierten Apartment in Los Angeles, draußen ist es dunkel und im Fernsehen läuft ein Basketballspiel. Ein junger Mann (Ryan Gosling) ist am Telefon und meint nur, dass er keine Waffe bei sich habe und exakt fünf Minuten lang warte. Dann sieht man ihn in einer Werkstatt, wo ihm ein alter Mann einen 80er-Jahre-Sportwagen übergibt. Dass er damit keinen Ausflug machen wird, ist klar: In der nächsten Szene steht er vor einem Gebäude, in das gerade eingebrochen wird. Der Fahrer, der auch im weiteren Verlauf des Films keinen Namen haben wird, sitzt währenddessen seelenruhig am Steuer. Am Lenkrad hat er seine Armbanduhr befestigt, es bleiben noch fünf Minuten.

Kurz bevor die vereinbarte Zeit abläuft, kommt der erste Einbrecher mit seiner Beute zurück. Der Polizeifunk verkündet den Bruch und schickt Einsatzwägen los. Ein Beamter funkt zurück: „Wir sind in zwei Minuten da.“ Der Räuber auf der Rückbank wird ungeduldig, der Fahrer bleibt cool. Dann kommt der zweite Mann und die Fahrt kann losgehen. Doch durch die Rückscheibe blinkt bereits Blaulicht… Der Fahrer lenkt den Wagen in eine Parklücke und macht die Lichter aus. Das Polizeiauto fährt vorbei. Gefahr gebannt? Natürlich nicht: Die Fahrt geht weiter, die Gefahr kommt jetzt von oben. Ein Hubschrauber fliegt über die nächtlichen Straßen und erfasst den Sportwagen mit seinem Scheinwerfer. Der Polizeifunk bestätigt das.

Und so wird es dann doch noch rasant, der Fahrer gibt Vollgas, hängt mit einem heftigen Einlenkmanöver seine Verfolger ab und reiht sich unauffällig in den Verkehr ein. Es gibt noch eine weitere Begegnung mit einem Polizeiauto an einer roten Ampel, doch der Zuschauer weiß schon längst: Dieser Fahrer weiß einfach in jeder Situation, was zu tun ist. Im Autoradio laufen gerade die letzten Sekunden des Basketballspiels, Los Angeles gewinnt. Plötzlich biegt der Fluchtwagen abrupt in ein Parkhaus hinein. Der Fahrer stellt den Wagen ab, seine Mitfahrer machen sich aus dem Staub. Er aber setzt sich eine Kappe auf und zieht seine Jacke aus. Darunter trägt er ein Basketballtrikot und so schlendert er seelenruhig mit anderen Basketballfans in die Nacht, an einem Polizeiauto vorbei.

Ryan Gosling und Carey Mulligan

Wie gesagt: Das ist nur eine Beschreibung der ersten Minuten, doch diese geben die Stimmung von Drive vor. Der Film ist lakonisch, cool, hat ein perfektes Timing und ist handwerklich und schauspielerisch makellos. Bewegung in die Geschichte des Teilzeit-Mechanikers, -Stuntmans und –Fluchtwagenfahrers kommt, als er seine neue Nachbarin (Carey Mulligan) kennen lernt. Die junge Frau und ihr kleiner Sohn krempeln sein Leben völlig um – mit der Folge, dass er es von da an auch nicht mehr so kontrollieren kann wie bisher. Das kennt man natürlich schon aus anderen Filmen, von der Story her erfindet der Regisseur, der mit seiner Pusher-Trilogie und dem Wikingerspektakel Walhalla Rising bekannt wurde, das Rad nicht neu. Trotzdem ist es ziemlich wahrscheinlich, dass dieser Film ein moderner Klassiker wird.

Wir sind in zwei Minuten da, tönt es aus dem Polizeifunk. Doch der Fahrer des Fluchtwagens bleibt cool.

Drive ist vielmehr eine Verbeugung vor dem Hollywood-Kino der 80er, vor Klassikern wie Leben und Sterben in L.A. oder den Filmen von Michael Mann. Ryan Gosling dagegen, Hollywoods derzeit wohl aufregendster Filmstar, erinnert in dieser Rolle an die ganz coolen Jungs der Filmgeschichte, an Steve McQueen oder Alain Delon. Aber auch das restliche Staraufgebot kann sich sehen lassen: Neben der allzeit verlässlichen Carey Mulligan sind noch Breaking Bad-Star Bryan Cranston, Oscar Isaac, Ron Perlman und die Mad Men-Sexbombe Christina Hendricks dabei. Ein Altstar stiehlt ihnen aber allen die Schau: Albert Brooks spielt in einer kleinen, aber sehr prägnanten Rolle einen ehemaligen Filmproduzenten, der ins Rennfahrer-Geschäft einsteigen will. Dafür wurde er für einen Golden Globe nominiert.

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LOVEFiLM Kritik Drive

  • 5 Sterne von 5  

    Nach Josef Gruebl aus LOVEFiLM

    LOVEFiLM-Kritik zum Ryan Gosling-Hit »Drive«

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Beste Kritik Drive

  • Gewaltrausch in Zeitlupe

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach SMily1199 (643 Kritiken) aus Pirna , 13. Jan 2012

    [Hoch bewerteter Kritikenschreiber]

    [Hoch bewerteter Kritikenschreiber]

    Nicolas Winding Refn, der Ausnahme Regisseur aus Dänemark hat es mal wieder geschafft: Mit Drive hat er nicht nur wieder einmal ein Zeugnis für seine Vielfältigkeit abgelegt. Er schuf auch ein authentisches und tiefgehendes Action-Drama, das seines gleichen sucht.

    Drive ist trotz seines Race-Car Faibles kein Film im Sinne von The Fast and the Furious (auch wenn manche das gern hätten). Der Film hat ein eher langsames Tempo, untypisch für Action Streifen. Außerdem nimmt er sich viel Zeit für Zeichnung der Charaktere und den Verlauf der Story. Aber wenn Drive zur Sache geht nimmt er wirklich Fahrt auf. Die Action Sequenzen sind spannend und Regisseur Refn scheute auch nicht davor zurück, dem Zuschauer explizite Gewalt vorzusetzen. Für eine Szene hatte Nicolas Winding Refn den kontrovers diskutierten Regisseur Gaspar Noé um Rat gebeten, um sie so authentisch wie möglich darzustellen. Alles in allem ist Drive sehr schön erzählt. Er arbeitet alle wichtigen Aspekte heraus und macht so einensehr harmonischen Gesamteindruck. Optik und Soundtrack sind gut auf dieses Konzept abgestimmt und runden das Bild schließlich ab. Für letzteres war übrigens Angelo Badalamenti verantwortlich, der auch häufig mit David Lynch zusammenarbeitet.

    Absolut empfehlenswert!
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Alle Kritiken

(248)
  • gute Musik aber sonst

    Bewertung - 1.5 Sternen  
    Nach C4 (1 Kritik) , 16. Mai 2013
    Kann dem Film nur 1,5 Sterne geben. Am besten hat mir die Musik gefallen. Der Film war mir persönlich zu brutal,dazu kommt das wirklich nicht viel gesprochen wurde. Die Story war eigentlich okay.
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  • Langweilig - Unrealistisch

    Bewertung - 1.5 Sternen  
    Nach Derwenigfilmegucker (1 Kritik) , 10. Mai 2013
    Nach 30 Minuten war ich kurz davor den Film auszumachen..es passierte nichts. Allein die gute Musik hat mir beim Durchhalten geholfen. Danach wurde es brutal und ein bißchen spannend um dann sofort wieder langweilig und vorhersehbar zu sein.. Insgesamt 1 1/2 Sterne für gute Musik und einen guten Hauptdarsteller - mehr nicht.
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  • Brutal aber schön!

    Bewertung - 4.5 Sternen  
    Nach Skeletti (7 Kritiken) , 30. Apr 2013

    [Hoch bewerteter Kritikenschreiber]

    Drive ist ein Action Film ohne Action. Wir erleben hier eine Charakterentwicklung von Maschine zu Mensch, bei der die drei gezeigten Verfolgungsjagden metaphorisch für stehen (siehe Kommentare von Winding Refn). Ein Film der, wenn er denn ausbricht, unser Gemüt zum beben bringt und uns mit entsetzlicher Gewalt konfrontiert, die ein normaler Mensch nicht begehen kann und darf. Wir bekommen Ryan Gosling, Bryan Cranston, Ron Perlman, Albert Brooks und Carey Mulligan in fantastischen Rollen zu sehen. Man liefert uns Bilder, perfekt auf die musikalische Untermalung abgestimmt und passend zur surrealen, absolut verträumten Atmosphäre. Drive lässt man am besten auf sich wirken, denn was dieser Film hat ist Tiefgang und Gehalt, den die meisten der Kommentatoren hier dem Werk leider absprechen. Bitte, wenn ihr Schönheit und Tiefgang nicht genießen könnt, dann schaut euch die 760igste Fortsetzung von 'The Fast & The Furious' an. Für den Rest gibt es hier eine Perle. Winding Refn hat uns hier ein Meisterwerk geliefert. Ein Meisterwerk deswegen, weil er aus einer belanglosen Geschichte in einem normalerweise völlig von testosterongetränkten Genre, eine feinfühlige und gleichzeitig harte Charakterstudie über den einsamen und kalten Driver geschaffen hat. Dafür sage ich danke Nicolas. Ich freue mich auf jedes deiner weiteren Werke.
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  • Spannend vom Anfang bis zum Schluss

    Bewertung - 5.0 Sternen  
    Nach ein mitglied , 28. Apr 2013
    Ich fand den Film spannend bis zum Schluss. Selten einen Film gesehen, bei dem Musik so perfekt untermalt. Persönlich hätte ich mir jedoch ein anderes Ende gewünscht.
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  • Zeitverschwendung !

    Bewertung - 0.5 Sternen  
    Nach mopsimopser (22 Kritiken) , 17. Apr 2013
    Über Geschmack läßt sich ja bekanntlich nicht streiten :-) Ich fand den Film pure Zeitverschwendung. Das Beste an dem Film ist Ryan Gosling - aber das war es dann auch schon. Langweilige Story = Langweiliger Film. Hatte mir mehr darunter vorgestellt.
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