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Zu normale Darstellung der Normalität , 12. Dezember 2011
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Am Ende kommen Touristen
auf DVD
(2007)
Darsteller: Alexander Fehling, Ryszard Ronczewski, Barbara Wysocka
Regisseur: Robert Thalheim
FSK: o. A.
Am Ende kommen Touristen zeigt die Normalität des heutigen Auschwitz - ein Ort, an dem Normalität unmöglich scheint. Eine interessante Filmidee, aber in diesem Fall kein großes Kino. Wir sollen Einblicke erhalten in den Alltag dieser Stadt mit 40.000 Einwohnern, von der man im Film aber leider immer wieder die selben Figuren sieht, die immer wieder zufällig aufeinandertreffen. Figuren, über die schon nach wenigen Szenen das meiste gesagt und bekannt ist. Die zwar nicht unangenehm oder überzeichnet sind, deren Charakter und Entwicklungen aber während des Films nie richtig sichtbar werden. Man versteht nicht ganz, wie der Zivildienstleistende Sven Auschwitz erlebt, ob und wie sich sein Bild und seine Haltung zu der Vergangenheit dieses Ortes ändern und ob er seine Gleichgültigkeit, mit der er seinen Dienst in der Jugendbegegnungsstätte begann, ablegt. Er wirkt interessiert, politisch korrekt, hilfsbereit, wie ein Zivi eben. Aber braucht man dafür einen Spielfilm? Wir sehen bei Sven keine Erkenntnisse, keinen Durchbruch, keine neue Energie, die er für sich gewinnt. Die gesamte Handlung verläuft erwartungsgemäß, und das ist schade. Die sich anbahnende Liebesgeschichte entwickelt sich so, wie man es schon zu oft gesehen hat. Das gilt auch für sämtliche Dialoge. Der Film macht vielleicht vieles richtig. Aber er beeindruckt nicht, überrascht nicht, wirkt nicht nach, macht nicht richtig nachdenklich. Alltag und Normalität, und damit den Gegenstand des Filmes auf überraschende, spannende oder neuartige Weise darzustellen, gelingt hier leider nicht. Der Gehalt des gesamten Films ließe sich in einer halbstündigen Dokumentation oder einem Zeitungsartikel vermitteln. Der Titel könnte derselbe sein, Am Ende kommen Touristen, und im Bild sehen wir den Parkplatz für die vielen Besucher - und vielleicht noch weitere Bilder, die der Film uns leider nicht gezeigt hat.
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