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KlausThorn ist einer der am höchsten bewertetsten Rezensenten!
Nostalgie reicht nicht , 12. Februar 2011
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Sherlock Holmes - Staffel 1
(4 DVDs)
auf DVD
(1985)
Darsteller: Jeremy Brett, David Burke, Rosalie Williams
Regisseur: Derek Marlowe, Paul Annett, John Bruce
FSK: 12
Ich habe mich gefreut meine geliebte Serie hier zu finden. Der Hauptdarsteller ist immer noch anziehend und sehr passend besetzt und die Geschichten von Doyle sind faszinierend, doch das reicht nicht, um über diese vielen Schwächen hinwegzutrösten. Als Kind kannte ich auch die Alternativen noch nicht. Sowohl das Original zu lesen, (das mittlerweile der Allgemeinheit auch digital kostenlos zur Verfügung steht) als auch Spielfilm-Umsetzungen zu sehen ermöglicht ein ganz anderen Enthusiasmus als diese altbackenen Kammerspiele. Ich dachte bisher die BBC spielt in einer anderen Liga als die deutschen Öffentlich-Rechtlichen. Doch in dieser Serie versammeln sich unzählige typische Schwächen. 1. Die sterile Studio-Atmosphäre, die durch auffällig unnatürliches Licht und sparsame unwirkliche Geräuschkulisse unglücklich betont wird. 2. Fantasielose Dramaturgie, die nicht nur überdeutlich zeigt, was sie vermitteln will (Der hat einen Revolver - der ist böse! Damit es jeder versteht zeigen wir auch noch, wie er alle Patronen einzeln überprüft!) sondern auch noch Szenen einbaut, die im Original gar nicht vorkommen oder wesentlich günstiger gefasst sind (erste Folge: Holmes in Verkleidung läßt sich mehrfach direkt von der Überwachten sehen. Das macht es lächerlich, dass sie sich nicht über sein Erscheinen in der Kirche wundert.). 3. Übertriebenes Ausagieren von Gefühlen, das nur auf einer weit entfernten Theaterbühne Sinn macht, nicht jedoch direkt vor der Kamera - eine Kinderkrankheit des Fernsehens. 4.Die ungeschickt zur Schau getragenen begrenzten Mittel der Produktion. Beispiel: Im Original und auch in der Serie ist von rasanten Droschkenfahrten die Rede - Die Produktion konnte wohl mit Glück Droschken organisieren, ein schnelles Lospreschen war aber dann schon zu viel verlangt. Dümmlich unbeholfen fahren sie an, als wären die Droschkenfahrer überforderte Laindarsteller oder Schauspieler mit Angst vor Pferden. 5. Für Beklemmungen sorgen die leblos geschminkten Gesichter und unglaubwürdigen Bärte und Frisuren. Die älteren Schauspieler wie Dr. Watson und Misses Hudson wirken besonders steif und eher für Szenen im Altersheim herausgeputzt. 6. Auch die jüngeren Darstellerinnen haben bemerkenswert langweilige und teilweise geschmacklose Kostüme, vorwiegend in ausgeblichenen drögen Pastelltönen. Sie sind klischeehaft übertrieben adrett gekleidet und auf Ihnen scheint eine dicke Schicht Staub zu liegen, die sich wohl im Puppenmuseum in den letzten 200 Jahren auf die Kleider gelegt hat.
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