Mitgliederkritik
Nach ein mitglied
aus DE
, 19. Jul 2008
[Hoch bewerteter Kritikenschreiber]
Wer sich diesen Film ansehen will, sollte sich vorher vergewissern, dass er nicht älter als sagen wir mal 20 Jahre alt ist, denn für Erwachsene ist der Film schlicht unerträglich. Dabei hatte ich mich wirklich auf dummes, lautes, buntes Popcorn-Kino eingestellt. Ich bin auch gern bereit, die logischen Lücken des Filmes auf die Spielzeugvorlage zu schieben. Man muss ja auch nicht wirklich wissen, woher die Transformers eigentlich ihre Munition nehmen, mit der sie stundenlang durch die Gegend ballern, ohne dass je ein einziger Patronengurt oder so auftaucht. Man muss auch nicht verstehen, dass eine in einem hermetisch abgeschlossenen Glaskasten befindliche Transformer-Krabbe munter rumballern kann, ohne weniger zu werden (woher sie die Kugeln nimmt ...?) Vielleicht muss man auch die Spielzeugroboter kennen (was ich nicht von mir behaupten kann), um zu verstehen, wie sich ein vier Meter langer 1-Tonnen-Camaro eigentlich genau in einen ca. 12 Meter großen Multitonnenroboter und zurück verwandeln kann. Das alles - geschenkt! Hey, es ist ja kein Dokumentarfilm, gell?
Aber warum ist der Film dann trotzdem unerträglich? Nun, fangen wir mal mit dem Schlimmsten an: den Dialogen. Wenn ich mich nicht irre, wurde der Film doch VOR dem Streik der Drehbuchautoren geschrieben, also warum kommt er dann anscheinend ohne deren Mithilfe aus? Fast jeder einzelne Satz, der gesprochen wird, tut geradezu weh. Die so genannten Dialoge bestehen ausschließlich aus abgegriffenen Kinofloskeln ("We are SO dead!" "This is SO not good!"), langweiligen, aber mit viel Pathos aufgeblasenen Belanglosigkeiten und Witzen, die einfach nicht zünden wollen, weil man sie - nach Abschluss der Pubertät - so oder ähnlich schon hundertmal gehört hat. Die besten Szenen hat der Film denn auch, wenn gerade niemand etwas sagt. Leider ist das während der ersten 90 Minuten nur etwa vier Minuten lang der Fall, nämlich während der Wüstenskorpion-Kampfszene, die denn auch bis kurz vor Schluss das einzig Sehenswerte an dem Film ist. Zwischendurch hat man reichlich Gelegenheit, sich über eine sinnlos auf Englisch daherbrabbelnde Roboterspinne, Zeitlupenhelikopter vor untergehender Sonne (danke Michael Bay, DAS haben wir ja wirklich noch NIE gesehen), einen unerträglich hektisch daherkommenden Hauptdarsteller und fürchterlich pathetische Musik zu ärgern. Immerhin sieht die Trulla ganz nett aus, die sich natürlich in den hektischen Loser verknallt, wie solche Schöhneiten das eben in Hollywood zu tun pflegen. Ach ja, auch schön: die geheimnisvolle Opabrille, die aus Gründen der Übersichtlichkeit auf einmal so groß ist wie die Fingerkuppe von Optimus Prime. Seltsamerweise ist diese Fingerkuppe im Rest des Films so schätzungsweise einen halben Meter im Quadrat groß, was die Brille zeitweilig doch zu einem ganz schönen Oschi macht, aber wer wird denn kritisch sein?
Aber dann! Dann kommt der Tiefschlag, und Achtung, hier kommt ein kleiner
**** SPOILER ****
So, da finden die Leute also den Allspark. Und auf welche grandiose, wundervolle, absolut überzeugende Idee kommen sie da? Na? Was macht man, wenn man mitten in der Wüste einen Gegenstand findet, hinter dem übermächtige Zerstörungsmaschinen her sind, die alles töten, was sich bewegt? Naaaa, wer weiß es? Du, Michael Bay? WIE BITTE? MAN GEHT DAMIT IN DIE STADT? Wer hat sich DAS denn bitte ausgedacht? In der ziemlich rasanten Schlussdreiviertelstunde dürfen wir also Zeuge werden, wie die Autobots und die Decepticons eine Großstadt in Schutt und Asche legen, dabei werweißwieviele Zivilisten umbringen (ja, Michael Bay, wenn so ein Hochhaus in Dutt geht, STERBEN für gewöhnlich Leute!) und Autos schrotten, und warum? Weil das Militär nichts Besseres zu tun hat, als den Allspark dahin zu verfrachten. Man nennt das wohl Schadensmaximierung bei Sinnminimierung. So richtig verständlich ist es auch später nicht, zumal dann zwei Hubis auftauchen, die den Kasten zurück in die Wüste bringen sollen - warum hat man ihn denn nicht gleich dagelassen?
*** SPOILER ENDE ***
Der Grund, warum ich dann noch drei Sterne gebe, obwohl ich eigentlich ziemlich geschockt davon bin, was das für ein hanebüchener Unfug ist, ist Folgendes: mit 15 hätte ich diesen Film GELIEBT! Leider bin ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr 15 und deshalb ist mein Fazit:
Du bist zwischen 12 und 20: 5 Sterne.
Sie sind über 20? 1 Stern (für gute Grafik und ausgewogene Soundabmischung)
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