Das Groteske eines Krieges
The Big Red One Kritik
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4. Juni 2009
Nachdem ich die Rezensionen meiner Vorgänger gelesen habe, ist mir wieder bewusst geworden mit welch unterschiedlichen Ansprüchen und Absichten die Zuschauer diesen Film wahrgenommen haben.
Man kann sich ärgern über: Ausstattungsfehler und eine schlechte Synchronisation, das Klischee der 'tough American fighter', zu wenig oder zuviel Action oder mangelnden Authentizismus. Gut, das mag alles wahr sein. Ich kenne mich nicht mit Uniformen aus und ein Panzer sieht für mich aus wie der andere. Das ist mir alles auch weitestgehend egal.
Für mich hat dieser Film eine Botschaft sehr deutlich rüber gebracht. Es ist nicht der Kampf gegen die bösen Nazis oder eine Beschwörung des großen Heldentums und der schicksalhaften Männergemeinschaft, sondern der immerwährende Kampf mit sich selbt um den Erhalt der eigenen Menschlichkeit, um den Erhalt eines letzten Restes von Anstand und Würde inmitten des tobenden Irrsinns, in dem die Frage nach dem Sinn und dem Warum Menschen zerbrechen kann.
Ja, der Film ist deutlich überzeichnet und hastet im Schweinsgalopp durch den Zweiten Weltkrieg. Aber gerade diese manchmal schon satirische Überzeichnung bringt den Irrsinn und das Groteske eines Krieges deutlich hervor.
Und so bin ich während des Zappens an diesem Film hängen geblieben, habe laut aufgelacht, war manchmal den Tränen nahe, war hin und wieder leicht verstimmt bis verärgert und bin sehr nachdenklich aus diesem Film gegangen.
'The big red one' scheidet zweifelslos die Geister. Ich kann jedem nur empfehlen, sich diesen Film anzuschauen und sich ein eigenes Urteil zu bilden.

