Periferic Details

Periferic
Format: FSK: TBC DVD
Darsteller: Ana Ularu, Mimi Branescu, Andi Vasluianu, Ioana Flora, Timotei Duma
Regisseur: Bogdan George Apetri
Genre: Drama - Sonstiges
Studio: Peripher
Originaltitel Periferic
Kollektionen: Im Kino
Titel Discs
Periferic
TBC Hauptfilm

DVD Details

Laufzeit: 1 Stunde 27 Minuten
Erscheinungsdatum: Noch nicht veröffentlicht
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Beste Kritik Periferic

  • Flucht ins Ungewisse, oder: Am Rande Europas

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach Filmdoktor (46 Kritiken) aus Eichstätt , 06. Nov 2012

    [Hoch bewerteter Kritikenschreiber]

    [Hoch bewerteter Kritikenschreiber]

    Rand- oder Grenzerfahrungen hat dieser rumänische Film einige zu bieten. Es beginnt schon damit, dass eine junge, sehr schlanke Frau schweigend in einem engen Raum vor Etagenbetten steht, in denen zwei andere Frauen liegen. Sie wird abgeholt und durch mehrere verschlossene Türen begleitet, bis sie ihre Sachen erhält. Matilda bekommt für einen Freigang aus dem Gefängnis ihre persönlichen Gegenstände ausgehändigt, die sie fortan in einer Tasche mit sich trägt. Viel mehr wird sie den ganzen Film über, der als Zeitraum insgesamt ungefähr 24 Stunden umfasst, nicht bei sich haben. Schon vor dem Gefängnistor werden mit einem LKW-Fahrer Absprachen für den weiteren Weg getroffen, offenbar ist eine Flucht geplant. Der Grund für den Freigang wird auch bald ersichtlich: Die Beerdigung der Mutter. Dorthin fährt Matilda mit ihrem Bruder, seiner Frau (die Matilda ablehnt) und seinem Kind. Es ist das erste Kapitel, denn drei männliche Namen, die innerhalb einer Schwarzblende nacheinander zusammen mit der jeweiligen Tageszeit gezeigt werden, gliedern den Film: Andrej, ihr Bruder, Paul, ihr (Ex-)Geliebter und Vater des gemeinsamen Sohnes, Toma. Der Betrachter begleitet die stoische und meist schweigsame, aber stets sich zu wehren wissende Matilda auf den Stationen des Tages. Diese werden zu einer metaphorischen Reise durch ihr Leben und zugleich zur Reise durch ein Land am Rande Europas, in denen die Menschen irgendwie versuchen über die Runden zu kommen - oft genug auf kriminellem Weg. So wie Paul, für den Matilda offenbar ins Gefängnis ging und von dem sie jetzt ihren Geld-Anteil fordert. Selbst der erst achtjährige Toma, den Matilda seit ihrer Einweisung ins Gefängnis vor zwei Jahren nicht mehr gesehen hat, ist nicht verschont geblieben vom unerbittlichen Kreislauf des Geldes, der die Menschen entwürdigt und (zumeist) moralisch absinken lässt. Genauso wie der Betrachter nie wirklich das Ziel der Flucht erfährt, bleiben auch die Geschichten der meisten Figuren ungewiss und rätselhaft.

    'Periferic' (was soviel wie 'Grenze' oder 'am Rand' bedeutet) ist das Regiedebüt des Rumänen Bogdan George Apetri. Ein in klaren, realistischen Bildern eingefangenes Roadmovie, das dem Zuschauer nur wenig Entspannung oder Erleichterung bietet. Zumeist ist die Wirklichkeit so rau wie die Protagonistin, der zwar die Sympathien des Betrachters gehören, die aber gelernt hat, sich notfalls mit Gewalt durchzustzen, die fast nie lächelt und jedem Menschen mit Misstrauen begegnet. Die intensive Darstellung dieser Figur durch die Schauspielerin Ana Ularu lässt das Dargestellte fast physisch schmerzhaft wirken und der Film entwickelt eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Dennoch bleibt es spröde Kost über eine Gesellschaft, in der wenig Liebe und Verständnis, dafür aber das Recht des Stärkeren und die Ausnutzung des Anderen herrschen. Ein wichtiger und spannender, aber kein leichter Einblick in ein anderes Europa. Sehenswert!
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Alle Kritiken

(1)
  • Flucht ins Ungewisse, oder: Am Rande Europas

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach Filmdoktor (46 Kritiken) aus Eichstätt , 06. Nov 2012

    [Hoch bewerteter Kritikenschreiber]

    Rand- oder Grenzerfahrungen hat dieser rumänische Film einige zu bieten. Es beginnt schon damit, dass eine junge, sehr schlanke Frau schweigend in einem engen Raum vor Etagenbetten steht, in denen zwei andere Frauen liegen. Sie wird abgeholt und durch mehrere verschlossene Türen begleitet, bis sie ihre Sachen erhält. Matilda bekommt für einen Freigang aus dem Gefängnis ihre persönlichen Gegenstände ausgehändigt, die sie fortan in einer Tasche mit sich trägt. Viel mehr wird sie den ganzen Film über, der als Zeitraum insgesamt ungefähr 24 Stunden umfasst, nicht bei sich haben. Schon vor dem Gefängnistor werden mit einem LKW-Fahrer Absprachen für den weiteren Weg getroffen, offenbar ist eine Flucht geplant. Der Grund für den Freigang wird auch bald ersichtlich: Die Beerdigung der Mutter. Dorthin fährt Matilda mit ihrem Bruder, seiner Frau (die Matilda ablehnt) und seinem Kind. Es ist das erste Kapitel, denn drei männliche Namen, die innerhalb einer Schwarzblende nacheinander zusammen mit der jeweiligen Tageszeit gezeigt werden, gliedern den Film: Andrej, ihr Bruder, Paul, ihr (Ex-)Geliebter und Vater des gemeinsamen Sohnes, Toma. Der Betrachter begleitet die stoische und meist schweigsame, aber stets sich zu wehren wissende Matilda auf den Stationen des Tages. Diese werden zu einer metaphorischen Reise durch ihr Leben und zugleich zur Reise durch ein Land am Rande Europas, in denen die Menschen irgendwie versuchen über die Runden zu kommen - oft genug auf kriminellem Weg. So wie Paul, für den Matilda offenbar ins Gefängnis ging und von dem sie jetzt ihren Geld-Anteil fordert. Selbst der erst achtjährige Toma, den Matilda seit ihrer Einweisung ins Gefängnis vor zwei Jahren nicht mehr gesehen hat, ist nicht verschont geblieben vom unerbittlichen Kreislauf des Geldes, der die Menschen entwürdigt und (zumeist) moralisch absinken lässt. Genauso wie der Betrachter nie wirklich das Ziel der Flucht erfährt, bleiben auch die Geschichten der meisten Figuren ungewiss und rätselhaft.

    'Periferic' (was soviel wie 'Grenze' oder 'am Rand' bedeutet) ist das Regiedebüt des Rumänen Bogdan George Apetri. Ein in klaren, realistischen Bildern eingefangenes Roadmovie, das dem Zuschauer nur wenig Entspannung oder Erleichterung bietet. Zumeist ist die Wirklichkeit so rau wie die Protagonistin, der zwar die Sympathien des Betrachters gehören, die aber gelernt hat, sich notfalls mit Gewalt durchzustzen, die fast nie lächelt und jedem Menschen mit Misstrauen begegnet. Die intensive Darstellung dieser Figur durch die Schauspielerin Ana Ularu lässt das Dargestellte fast physisch schmerzhaft wirken und der Film entwickelt eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Dennoch bleibt es spröde Kost über eine Gesellschaft, in der wenig Liebe und Verständnis, dafür aber das Recht des Stärkeren und die Ausnutzung des Anderen herrschen. Ein wichtiger und spannender, aber kein leichter Einblick in ein anderes Europa. Sehenswert!
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