Mitgliederkritik
Memento Kritik
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19. Juli 2008
Habe ich das schon erzählt? Bei einem nächtlichen Überfall wurde Leonards Frau getötet. Er selbst erlitt einen Hirnschaden, hat seitdem sein Kurzzeitgedächtnis verloren. Trotz dieser Behinderung sinnt er auf Rache an dem Mörder seiner Frau. Er behilft sich mit einer ausgeklügelten Notiztechnik. Und tatsächlich führt sie ihn schließlich zu dem Mörder. Oder doch nicht?
Der Film fängt tatsächlich damit an, wie Leonard den Menschen erschießt, von dem er glaubt, dass er der Mörder seiner Frau ist. Von da knüpft sich rückwärts Szene an Szene, wie Leonard den Mörder aufspürte. Der Zuschauer kann so nachempfinden, wie sich Leonards Zustand anfühlen mag, wenn das Leben scheinbar zusammenhanglos an einem vorbeizieht.
Am Ende des Films glaubt man dann, einen raffiniert gemachten Krimi gesehen zu haben, und meint ihn verstanden zu haben. Es bleibt aber das subtile Gefühl, dass ein paar Puzzlestücke doch nicht so recht gepasst haben.
Ein Easteregg auf der DVD zeigt den gleichen Film in chronologischer Reihenfolge neu zusammengeschnitten. Und spätestens dann wird klar, was für Lücken und Fehler die besondere Erzählweise zu verdecken versuchte. Zu wenig wird von der Vorgeschichte erzählt. Vor allem die andere zentrale Figur, Teddy, erwischt der Zuschauer permanent beim Lügen. Es wird aber nie aufgeklärt, was nun die Wahrheit war. Man könnte das Lügen nun für Absicht halten, aber ich habe eher den Eindruck, dadurch sollten nur Unzulänglichkeiten in der Story verdeckt werden. Denn es gibt auch andere Ungereimtheiten, zum Beispiel warum Leonard in einer Szene in seiner Not sofort Teddy anruft, obwohl er sich in dem Moment eigentlich nicht einmal mehr an ihn erinnern dürfte.
Was schließlich übrig bleibt, ist ein recht mäßiger Krimi, der mehr Fragen stellt, als er zu beantworten vermag. Lediglich die wirklich kreative antichronologische Erzählart hebt den Film aus dem Einheitsbrei heraus.

