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Wenig Tanz fürs Geld

Make It Happen Kritik

Bewertung - 1.0 Stern

Von: tmex aus Kiel Avatar Bild

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3. September 2009

Das Rezept für einen Tanzfilm der Neuzeit ist recht simpel: Man nehme einen Charakter mit tragischem Hintergrund und stelle ihn vor eine Hürde die er mit coolen 'Dance Moves' bewältigt, während man nebenbei eine leichte Liebesgeschichte mitschwingen lässt. Das kann großartige Unterhaltung sein und funktioniert auch wunderbar in Filmen wie 'Step Up' oder 'Stomp The Yard' und vielleicht gehört auch, z.B. 'Dance!' dazu - während 'Dance With Me' sich noch an der 'alten' Schule orientiert, 'Center Stage' eine großartige Verbindung zwischen Neu und Alt herstellt und Filme wie 'Save The Last Dance' oder 'Honey' eindeutig die neue Tanzfilm-Ära eingeläutet haben. Das hat längst nichts mehr mit den Tanzfilmen der 80er (Fame, Flashdance, Dirty Dancing...) zu tun.

'Make It Happen' will einfach nicht richtig funktionieren... Den Zuschauer erwartet eine oberflächliche Geschichte, eine Gratwanderung zwischen Tanzdrama und Musikvideo der es an jeglicher Authentizität fehlt. Der tragische Tod der Eltern, ebenso wie die Liebesgeschichte finden keine Tiefe und das große Ziel der Protagonistin, an der Chicagoer Tanzschule aufgenommen zu werden, im Laufe des Films zu einer kläglichen Randnotiz verkümmert.

Bei dieser 'neuen' Generation der Tanzfilme ist der Wow-Effekt bei scheinbar unmöglichen Bewegungen immens wichtig und kommt hier absolut nicht zum Tragen. Der Film bietet tolle Kamaraeinstellungen und ist wundervoll ausgeleuchtet - am Ende unterstützt es aber nicht die teilweise sehr komplexen und anspruchsvollen Schrittfolgen. Vielmehr wird dem Betrachter Hohe Kunst vermittelt und gleichzeitig: 'Mit ein wenig Übung ist das leicht machbar!'. Das ist ebenso verwirrend wie ein Gespräch in der der Gesprächspartner der Protagonistin eine Schärfeverlagerung spendiert bekommt und danach konsequent in Unschärfe gehalten wird! Am Ende ist es ein Tanzfilm der eckig und unreif wirkt!

Womöglich wäre es unfair dem Regisseur, 'Darren Grant' die Rote Karte zu zeigen, obwohl es auf der Hand zu liegen scheint, dass ein erfahrender Regisseur wohl deutlich mehr aus einer jungen und motivierten 'Mary Elizabeth Winstead', einer 'Hollywood Film Award' Gewinnerin, und auch der Geschichte hätte herausholen können. Auch Autor 'Duane Adler', der bereits an den 'Step Up' und 'Save The Last Dance' Filmen mitgewirkt hat, hätte sich sicherlich mehr erwartet.

'Make It Happen' ist kein unansehnlicher Film. Zum Trotz aller Fehler der Umsetzung bietet der Film eine plausible Geschichte die gut unterhält. Der Film hat es verdient auf der großen Leinwand gezeigt zu werden, das Publikum zu unterhalten; dann aber auch als netter Film, als 'Gesehen und Abgehakt' in einer eher rudimentären Region des sich unter der Schädeldecke befindlichen Speichermediums abgelegt zu werden!

Fazit: Ähnlich wie 'Sieben Jahre in Tibet' - Gute Unterhaltung, tolle Geschichte, Potenzial nicht ausgeschöpft! Weiter liegt die Vermutung nahe, dass das Spiel der 'Mary Elizabeth Winstead' durch den Schnitt beeinträchtigt ist. Liebhaber des Genres werden sich durch 'Make It Happen' passabel unterhalten fühlen. Genre-Neulinge sollten einen der anderen, genannten Filme zum Einstieg wählen - andernfalls könnte es passieren, dass ein potenzieller Fan ob des oberflächlichen Geseier vergrauelt wird!

P.S. Jedem sei die Dokumentation 'Rize' von 'David LaChapelle' ans Herz gelegt... Da geht was - und das ist mal so richtig gut, ehrlich!

Über den Kritiker: tmex

Wandle auf dem schmalen Grad zwischen filmbegeistert und Filmsucht!

Geliehene Titel: 185

Lieblingsschauspieler: Giovanni Ribisi

Lieblingsregisseur: Michael Bay

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