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Little Children Kritik

Bewertung - 5.0 Sternen

Von: ein mitglied aus DE Avatar Bild

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Little Children

Regisseur Todd Field
Genres Drama
Laufzeit 131 Minuten Altersfreigabe 16

19. Juli 2008

Sarah ist in ihrer Ehe unzufrieden. Ihr Mann sucht seine sexuelle Befriedigung im Internet und auch andere Bereiche ihres Lebens sind nicht gerade als ideal zu bezeichnen.

Brad ist Hausmann. Seine Frau macht Karriere in der Filmbranche und ist ständig unterwegs, während Brad sich um den gemeinsamen Sohn kümmert. Brad fängt vieles an, bringt aber nur wenig zu Ende. Der Zufall bringt Sarah und Brad auf dem Kinderspielplatz zusammen. Was mit einem spielerischen Kuss beginnt, endet in einer leidenschaftlichen Affäre, die ihresgleichen sucht. Zunächst lässt sich das Doppelleben verheimlichen, aber die Liebe der beiden fordert immer mehr Raum ein und es bleibt unvermeidlich, dass die Partner der beiden von der Affäre erfahren. Dabei geht es in der Beziehung zwischen Sarah und Brad eigentlich nur in zweiter Linie um Sex. An erster Stelle steht Zeit, Verständnis und Zuwendung zum Anderen. Genau die Dinge des Lebens, die beiden in ihren eigenen Beziehungen fehlen.

Gleichzeitig wird in der Wohngegend von Brad ein pädophiler Straftäter aus dem Gefängnis entlassen. Brads Freunde gründen eine Art Elternliga, die den Mann mehr oder weniger verfolgt. Plakate werden geklebt und der Mann wird ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt. Brad und Sarah erkennen, dass ihre Freunde und Bekannten eine Art Amerika vertreten, mit der sie sich nicht anfreunden könnnen. Sie rücken enger aneinander und entschließen sich letztendlich zum Bruch mit ihren Ehepartnern. Aber dann kommt doch alles ganz anders...

-Little Children- wird immer wieder mit Filmen wie -L.A. Crash, American Beauty und Magnolia- verglichen. Der Film braucht keinen dieser Vergleiche zu scheuen. Todd Field zeigt das bigotte Gesicht Amerikas in eindrucksvoller Art und Weise auf. Anders als in den o.a. Filmen spinnt Todd Field allerdings nur wenige Handlungsfäden zusammen. Das macht den Film für uns übersichtlicher aber ganz sicher nicht schwächer.

Das, was wir zu sehen bekommen, ist für uns Europäer erschreckend und spannend zu gleich. Was bei uns unter Doppelmoral bekannt ist, scheint im modernen Amerika eine regelrechte Lebensart geworden zu sein. Vielleicht hilft -Little Children- uns dabei auch, bestimmte Entwicklungen in Amerika, wenigstens ansaztweise, zu verstehen.

-Little Children- ist intelligentes, bewegendes, ehrliches Kino der Spitzenklasse. Der Film fasst an und rüttelt auf. Wunderbar, mit leichter Hand inszeniert, eine Liebesgeschichte so bewegend und tragisch, dass man einfach zuschauen muss. Dabei weitab vom Kitsch und mittendrin im Tagesgeschehen. Kate Winslet und Patrick Wilson lassen uns mitfiebern und hoffen, spielen ihre Rollen eindrucksvoll. In diesem Sinn lege ich ihnen -Little Children- ans Herz. Sie werden nicht enttäuscht sein!