Das brutale, böse und stilvolle Ende des Kinos
Jean-Luc Godard Collection 2 Kritik
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16. Dezember 2008
Die beiden Protagonisten pöbeln, beißen, drängeln und morden sich durch eine Welt, in der es keine Moral gibt (weil alles ja 'nur' ein Film ist...). Überall liegen Autowracks - teilweise brennend - und Leichen oder Sterbende - und wenn der Tod einer Person Bestürzung auslöst, dann auch, weil das schöne Auto mit draufgegangen ist und der Unfallverursacher aufgrund seiner Klassenzugehörigkeit im Vergleich zum Opfer wertlos ist - bis man einen anderen Sündenbock findet.
Der Film hat zwar eine Handlung (Mann und Frau fahren aufs Land, um die Verfügbarkeit eines Erbes zu beschleunigen). Deren Struktur löst sich allerdings in einer Abfolge wenig strukturierter Gewaltszenarien auf. Der Film ist dabei absolut zeitlos und wäre kaum weniger radikal und originell, wenn er 40 Jahre später entstanden wäre. Bis auf die wunderschönen alten (meist ziemlich kaputten) Autos wirkt an diesem Film absolut nichts veraltet.
Allerdings ist das weder klassisches Kunstkino, erst recht kein Popcornkino und trotz Blut, Brutalität und Kannibalismus auch kein Splatterfilm, sondern etwas ganz eigenes. Um die Genialität hinter diesem Machwerk zu erkennen braucht es nicht unbedingt Konzentration, sondern viel Aufgeschlossenheit und gute Nerven.
Die angebotene DVD enthält den Film in Originalton und Deutsch - alles in einwandfreier Qualität. Die Untertitel sind netterweise nicht von der viel zu harmlosen deutschen Synchronisation abgeschrieben und halten da, wo Dinge nicht übersetzbar sind, dankenswerterweise einfach die Klappe - eine gute Ausgabe also.

