In der Popmusik gilt die zweite Platte einer Band meist als entscheidender Gratmesser. Sie muss den Beweis erbringen, ob der erste Erfolg nur Glück war oder ob mehr dahinter steckte, vielleicht sogar eine eigenständige Vision, die die Band auf lange Sicht etablieren könnte. Ein ähnlicher Druck lastet auch auf dem zweiten Film .. Lesen Sie mehr
| Darsteller | Michel Besl, Nadja Bobyleva, Heike Brentano, Mirko Lang |
|---|---|
| Regisseur | Vanessa Jopp |
| Genres | Drama |
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In der Popmusik gilt die zweite Platte einer Band meist als entscheidender Gratmesser. Sie muss den Beweis erbringen, ob der erste Erfolg nur Glück war oder ob mehr dahinter steckte, vielleicht sogar eine eigenständige Vision, die die Band auf lange Sicht etablieren könnte. Ein ähnlicher Druck lastet auch auf dem zweiten Film einer Regisseurin wie Vanessa Jopp, die mit ihrem Debüt Vergiss Amerika große Erwartungen und Hoffnungen geweckt hat. Es war dieser Erwartungsdruck, mit dem Engel + Joe am stärksten zu kämpfen hatte, als er im Herbst 2001 ins Kino kam. Und er war es auch, der Vanessa Jopp so viele verhaltene oder sogar negative Kritiken eingebracht hat.
Vanessa Jopp greift zwar mit Engel + Joe gewisse Themen und Motive ihres Debüts auf. Die jugendliche Sehnsucht nach einem bedingungslosen und intensiven Leben steht auch hier im Zentrum der Erzählung. Doch letztlich wirkt dieses Straßenkinderdrama eher wie ein Gegenentwurf zu Vergiss Amerika und nicht wie seine Fortführung in einem anderen Milieu. Während ihr Erstling noch von einer gewissen Melancholie erfüllt war, von einem Gefühl des Abschieds und des Verlusts, zeugt jede Szene in Engel + Joe von einem unbändigen Glauben an den Moment, an seine alles andere auslöschende Intensität.
Die Gefühle von Engel (Robert Stadlober), dem auf der Straße lebenden Punker, und Joe (Jana Pallaske), die sich nicht in die von Neurosen beherrschte bürgerliche Welt ihrer Mutter einfügen will, scheinen den Film beinahe zu sprengen. Robert Stadlober verliert sich dabei zwar immer wieder in Manierismen, aber Jana Pallaske beweist nach ihrem sensationellen Auftritt in alaska.de erneut, dass sie von allen jungen deutschen Schauspielerinnen zurzeit wohl die talentierteste ist. Der schon selbstzerstörerische Drang der 15-jährigen Joe nach einem anderen Leben gewinnt durch ihre ungeheuer natürliche, niemals forciert oder eben aufgesetzt wirkende Darstellung eine verstörende Unmittelbarkeit. Der ruhige Ton des Debüts ist einem emotionalen Exzess gewichen, den Vanessa Jopp mit Handkamera und Cinemascope-Format meist kongenial in äußerst eindringlichen Bildern einfängt.
In seiner Aneinanderreihung von dramatischen Szenen, die einen Höhepunkt auf den nächsten folgen lässt und einem kaum Gelegenheit gibt, Abstand zu seinen wie wahnsinnig liebenden Helden zu gewinnen, hat Engel + Joe manchmal etwas von einer Kolportage. Ein bisschen weniger wäre hier sicher mehr gewesen. Doch auf der anderen Seite ist es gerade dieses Zuviel, dieser unbedingte Wille zu großen und auch zu überlebensgroßen Gefühlen und Situationen, der diesen Film so faszinierend macht. Vanessa Jopp hat nach ihrem ersten Erfolg eben nicht auf Sicherheit gesetzt, sondern von neuem alles riskiert und so bewiesen, dass man wirklich auf sie hoffen darf. --Sascha Westphal
| Darsteller | Michel Besl, Nadja Bobyleva, Heike Brentano, Mirko Lang, Dorina Maltschewa, Stefanie Mühlhan, Jana Pallaske, Robert Stadlober, Oliver Wolter |
|---|---|
| Regisseur | Vanessa Jopp |
| Studio | Universal Pictures |
| Originaltitel | engel + joe |
| Laufzeit | DVD: 1 Std. 33 Min. |
| Altersfreigabe | |
| Kollektionen | 100 Jahre Universal Pictures |
| Genres | Drama |
| Sprache | DVD: Deutsch |
| Untertitel | DVD: Deutsch, Englisch |
| Erschienen | Produktionsjahr: 2001 Verleih: DVD: Noch unbekannt |
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