Hollywood Highlights 5 - Thriller Details
| Format: | FSK: 16 DVD |
|---|---|
| Darsteller: | Richard Widmark, Gene Tierney, Googie Withers, Hugh Marlowe, Herbert Lom, Paul Douglas, Barbara Bel Geddes, Zero Mostel |
| Regisseur: | Jules Dassin, Elia Kazan |
| Genre: | Thriller - Sonstiges |
| Studio: | Universum Film |
| Titel | Discs | |
|---|---|---|
Die Ratte von Soho |
16 Disc 1 | |
Unter Geheimbefehl |
16 Disc 2 |
DVD Details
| Laufzeit: | 3 Stunden 5 Minuten |
|---|---|
| Erscheinungsdatum: | 12. Mär 2007 |
| Sprache: | Deutsch, Englisch |
Beste Kritik
Mitgliederkritik
Nach ein mitglied aus DE , 19. Jul 2008[Hoch bewerteter Kritikenschreiber]
Den hatte ich auf der Ausleihliste, und Du liebe Zeit, der ist richtig gut, so gut, dass man sich fragt, wie man es eigentlich schaffen kann, ein so sterbenslangweiliges und nerviges Remake davon hinzurotzen, wie der Robert de Niro es 1992 geschafft hat. Dort guckt man 90 Minuten einem Loser zu, der mit seinen nervösen Reden nicht nur die anderen Charaktere, sondern auch uns nervt, es passiert bis auf eine Actionszene am Ende fast nix. Und nun guckte ich wieder 90 Minuten einem Loser zu, der in Soho kleine Gaunereien durchzieht, eigentlich nur ein kleines Kind ist, das geliebt werden will, dem nix gelingt, weswegen auch hier gegen Anfang nicht so wahnsinnig viel passiert - aber ich war begeistert. Lieber Robert, im direkten Vergleich mit Richard (Widmark) bist Du auf die Nase gefallen, aber so richtig. Auch Widmark ist natürlich immer hyperaktiv, hypernervös, aber hat dabei nicht nur diese einseitige Masche drauf wie der De Niro mit seinen De Niroismen, hochgezogene Stirn, wiederholende Sätze, nervöse Hände. Sondern der Widmark hat alles das und immer noch ein bißchen mehr, er kann wahnsinnig schnell seine Stimmung wechseln, er kann fassungslos staunen, flehen, betteln, angeben, und alles fügt sich irgendwie zu einem Ganzen zusammen, ich weiß auch nicht wie, aber er etabliert sich hier endgültig aus dem Schatten der Heavies als leading man, wenn auch ganz und gar nicht der klassische leading man. Der Film hat eine packende optische Noir-Atmosphäre, einen flirrenden reichhaltigen, vor allem am Anfang an große Musicalnummern erinnernden Soundtrack (ich weiß gar nicht, was der Hitch an dem Waxman auszusetzen hatte, ich bin von ihm schon öfter positiv überrascht worden), und einen ganzen Sack voll packender Nebenfiguren, die alle auf die eine oder andere Art einen Knacks weghaben. Bei diesem Film noir fügt sich alles zusammen, die Licht- und Schattenspiele, die scharfen Vertikalen, die Häuserlücken bilden, die dunklen Gassen, und auch inhaltlich: Eine Welt ganz für sich, Soho, und wir werden zwar permanent drauf gestoßen, dass das in London spielt, aber die typische London-Ikonographie sehen wir immer nur aus der Ferne, und auch das gesamte Handlungspersonal sieht es nur von weit weg, unerreichbar das alles. Das ist eine Welt jenseits des offiziellen Ortes, eine abgeschlossene Welt, in der alle alles selbst regeln, die Polizei kommt nur am Ende ganz ganz kurz einmal vor. Und diese Welt ist schmutzig. Der Widmark ist ja nicht der einzige falsche Fuffziger, es gibt die Desillusionierten, die Verschlagenen, die Desperados und die richtig Bösen - und zwei Gute in Nebenrollen, die uns aber ebenfalls in Abgründe blichen lassen. Genauso wenig wie der Widmark von seinen Gaunereien loskommt, kommt die Gene Tierney vom Richard Wirmark los kommt ein anderer guter Freund von der Gene Tierney los. Und alle wissen genau um die Gefühls- und Gemütszustände der anderen und können doch nicht anders, Hörigkeit, Abhängigkeit, eine durch und durch trostlose Welt ist das. Dies entlädt sich schließlich auch in einer für 1950 recht brutalen Kampfszene, dies deshalb so brutal wirkt, weil die Kämpfenden nicht mal durch die genretypischen Trenchcoats geschützt sind, nein, fast nackte Ringer schlagen da blindwütig aufeinander ein (und es ist sicherlich kein Zufall, dass wir gerade in dieser quälend langen Szene englischen Ton hören, das wurde wohl in der im Wirtschaftswunderdeutschland synchronisierten Fassung radikal gekürzt). Dies sind aus meiner sehr subjektiven Sicht einige der Gründe, aus denen ich der "eigentlich" uninteressanten Geschichte eines Losers sehr gerne und mit massig Empathie zugesehen habe.
Kleine Warnung: Wer sich das Ding ansieht in der Hoffnung auf viel Gene Tierney, fällt auf die Nase. Die Credits (Richard Widmark und Gene Tierney in ..., dann die anderen Namen) sind sowas von ungerecht!!! Dies ist allein Widmarks Film, er hätte vor dem Titel genannt werden müssen, alle anderen danach, Gene Tierney hat nur wenige Auftritte, sie hat ganz klar eine Nebenrolle, andere Nebenrollen sind durchaus noch etwas gewichtiger. Aber eigentlich bin ich einer, der sehr gerne sehr viel Gene Tierney sieht, und wenn ich sage, das Ding ist ungeachtet dieses Mankos sehr gut, so möge dies noch ein bißchen zur Überzeugung beitragen.- War diese Mitgliederkritik hilfreich?
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(2)Die Ratte von Soho - Toller Film!
Nach ein mitglied aus Köln , 03. Feb 2009Das klassische Hollywoodkino gerät in Vergessenheit. Dabei hat es Juwelen wie 'Night And The City' (Die Ratte von Soho) von Jules Dessin (Topkapi) hervorgebracht. Der Film mit einem großartigen Richard Widmark fängt gemächlich an, nimmt aber zusehends Fahrt auf und mündet in einen äußerst dramatischen Höhepunkt. Am Ende des Filmes ist man überrascht, wie bewegend und gut 'so ein alter Schinken' sein kann. Highlight des Filmes ist ein Ringkampf, wie ich ihn so noch nie auf Film gesehen habe: Nah, authentisch und sehr, sehr packend.- War diese Mitgliederkritik hilfreich?
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Nach ein mitglied aus DE , 19. Jul 2008Den hatte ich auf der Ausleihliste, und Du liebe Zeit, der ist richtig gut, so gut, dass man sich fragt, wie man es eigentlich schaffen kann, ein so sterbenslangweiliges und nerviges Remake davon hinzurotzen, wie der Robert de Niro es 1992 geschafft hat. Dort guckt man 90 Minuten einem Loser zu, der mit seinen nervösen Reden nicht nur die anderen Charaktere, sondern auch uns nervt, es passiert bis auf eine Actionszene am Ende fast nix. Und nun guckte ich wieder 90 Minuten einem Loser zu, der in Soho kleine Gaunereien durchzieht, eigentlich nur ein kleines Kind ist, das geliebt werden will, dem nix gelingt, weswegen auch hier gegen Anfang nicht so wahnsinnig viel passiert - aber ich war begeistert. Lieber Robert, im direkten Vergleich mit Richard (Widmark) bist Du auf die Nase gefallen, aber so richtig. Auch Widmark ist natürlich immer hyperaktiv, hypernervös, aber hat dabei nicht nur diese einseitige Masche drauf wie der De Niro mit seinen De Niroismen, hochgezogene Stirn, wiederholende Sätze, nervöse Hände. Sondern der Widmark hat alles das und immer noch ein bißchen mehr, er kann wahnsinnig schnell seine Stimmung wechseln, er kann fassungslos staunen, flehen, betteln, angeben, und alles fügt sich irgendwie zu einem Ganzen zusammen, ich weiß auch nicht wie, aber er etabliert sich hier endgültig aus dem Schatten der Heavies als leading man, wenn auch ganz und gar nicht der klassische leading man. Der Film hat eine packende optische Noir-Atmosphäre, einen flirrenden reichhaltigen, vor allem am Anfang an große Musicalnummern erinnernden Soundtrack (ich weiß gar nicht, was der Hitch an dem Waxman auszusetzen hatte, ich bin von ihm schon öfter positiv überrascht worden), und einen ganzen Sack voll packender Nebenfiguren, die alle auf die eine oder andere Art einen Knacks weghaben. Bei diesem Film noir fügt sich alles zusammen, die Licht- und Schattenspiele, die scharfen Vertikalen, die Häuserlücken bilden, die dunklen Gassen, und auch inhaltlich: Eine Welt ganz für sich, Soho, und wir werden zwar permanent drauf gestoßen, dass das in London spielt, aber die typische London-Ikonographie sehen wir immer nur aus der Ferne, und auch das gesamte Handlungspersonal sieht es nur von weit weg, unerreichbar das alles. Das ist eine Welt jenseits des offiziellen Ortes, eine abgeschlossene Welt, in der alle alles selbst regeln, die Polizei kommt nur am Ende ganz ganz kurz einmal vor. Und diese Welt ist schmutzig. Der Widmark ist ja nicht der einzige falsche Fuffziger, es gibt die Desillusionierten, die Verschlagenen, die Desperados und die richtig Bösen - und zwei Gute in Nebenrollen, die uns aber ebenfalls in Abgründe blichen lassen. Genauso wenig wie der Widmark von seinen Gaunereien loskommt, kommt die Gene Tierney vom Richard Wirmark los kommt ein anderer guter Freund von der Gene Tierney los. Und alle wissen genau um die Gefühls- und Gemütszustände der anderen und können doch nicht anders, Hörigkeit, Abhängigkeit, eine durch und durch trostlose Welt ist das. Dies entlädt sich schließlich auch in einer für 1950 recht brutalen Kampfszene, dies deshalb so brutal wirkt, weil die Kämpfenden nicht mal durch die genretypischen Trenchcoats geschützt sind, nein, fast nackte Ringer schlagen da blindwütig aufeinander ein (und es ist sicherlich kein Zufall, dass wir gerade in dieser quälend langen Szene englischen Ton hören, das wurde wohl in der im Wirtschaftswunderdeutschland synchronisierten Fassung radikal gekürzt). Dies sind aus meiner sehr subjektiven Sicht einige der Gründe, aus denen ich der "eigentlich" uninteressanten Geschichte eines Losers sehr gerne und mit massig Empathie zugesehen habe.
Kleine Warnung: Wer sich das Ding ansieht in der Hoffnung auf viel Gene Tierney, fällt auf die Nase. Die Credits (Richard Widmark und Gene Tierney in ..., dann die anderen Namen) sind sowas von ungerecht!!! Dies ist allein Widmarks Film, er hätte vor dem Titel genannt werden müssen, alle anderen danach, Gene Tierney hat nur wenige Auftritte, sie hat ganz klar eine Nebenrolle, andere Nebenrollen sind durchaus noch etwas gewichtiger. Aber eigentlich bin ich einer, der sehr gerne sehr viel Gene Tierney sieht, und wenn ich sage, das Ding ist ungeachtet dieses Mankos sehr gut, so möge dies noch ein bißchen zur Überzeugung beitragen.- War diese Mitgliederkritik hilfreich?
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