Der Kaufmann von Venedig Details

Der Kaufmann von Venedig
Format: FSK: 12 DVD
Darsteller: Al Pacino, Jeremy Irons, Joseph Fiennes, Lynn Collins, Zuleikha Robinson
Regisseur: Michael Radford
Genre: Historienfilm - Drama
Studio: Sony Pictures
Originaltitel The Merchant of Venice
Titel Discs
Der Kaufmann von Venedig
12 Hauptfilm

DVD Details

Laufzeit: 2 Stunden 6 Minuten
Erscheinungsdatum: 27. Sep 2005
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
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Beste Kritik Der Kaufmann von Venedig

  • Filmkunst in Vollendung

    Bewertung - 5.0 Sternen  
    Nach ein mitglied aus München , 29. Aug 2008

    [Hoch bewerteter Kritikenschreiber]

    In den letzten Jahren gab es eine ganze Reihe von Shakespeare-Verfilmungen, die auch erfolgreich im Kino liefen, darunter ROMEO UND JULIA von Buz Luhrmann, mit Claire Dannes und Leonardo DiCaprio, RICHARD III mit Sir Ian McKellen in der Titelrolle, und natürlich HAMLET, HENRY V und VIEL LÄRM UM NICHTS, von und mit Kenneth Brannagh, um nur einige Beispiele zu nennen. Eine der jüngsten Adaptionen nahm sich des vielleicht kontroversesten Werkes des weltberühmten Dichters an.

    Ich gebe zu, dass ich DER KAUFMANN VON VENEDIG nie gelesen habe, sondern lediglich in der Filmversion von Michael Radford kenne. Ob es sich dabei um eine werkstreue Umsetzung des Dramas von William Shakespeare handelt, kann ich also nicht beurteilen. Daher bin ich relativ unbefangen an das Werk herangegangen und war davon zutiefst beeindruckt. Wenn Shakespeares Botschaft lautet, dass Vergebung der einzig wahre Weg ist und Rache nur zum Untergang führt, so ist es Radford hervorragend gelungen, diese Aussage präzise herauszuarbeiten.

    Die Geschichte erzählt vom venezianischen Kaufmann Antonio (Jeremy Irons), der sich zugunsten seines besten Freundes Bassanio (Joseph Fiennes) ausgerechnet in die Hände des jüdischen Geldverleihers Shylock (Al Pacino) begibt, den er zuvor stets ausgesprochen geringschätzig und sogar feindselig behandelt hat. Mit Hilfe der geliehenen Summe möchte Bassanio um die wunderschöne und wohlhabende Portia (Lynn Collins) werben, um damit sowohl die Liebe seines Lebens für sich zu gewinnen als auch fortan aller finanzieller Sorgen ledig zu sein. Sollte Antonio allerdings nicht in der Lage zu sein, seine Schulden pünktlich zu begleichen, fordert Shylock anstelle von Geld ein Pfund Fleisch seiner Wahl aus dem Körper des Kaufmanns. Antonio, der mit der pünktlichen Rückkehr seiner reich beladenen Flotte rechnet, stimmt dem ungewöhnlichen Handel zu. Während Bassanios Bemühungen um Portia von Erfolg gekrönt sind, versinken Antonios Handelsschiffe in den Fluten des Ozeans. Nun sieht Shylock die Stunde seiner Rache gekommen, und selbst die Dogen und Richter von Venedig müssen die schriftliche Vereinbarung zwischen dem Geldverleiher und dem Kaufmann als rechtmäßig anerkennen. Zutiefst verletzt durch ein Leben voller Kränkungen und besessen vom Wunsch nach Rache, lehnt Shylock jede ihm angebotene Summe ab und beharrt auf das vereinbarte Pfand. Und so erwartet Antonio ein grausames Schicksal...

    Shylock, der grimmige alte Jude und Wucherer, der seinen ärgsten Feind, einen aufrechten und ehrbaren Edelmann, quälen und töten will und dazu sogar das Gesetz auf seine Seite bringt... sehr leicht könnte man in DER KAUFMANN VON VENEDIG antisemitische Tendenzen ausmachen. Es ist daher Radfords Feingefühl und der überragenden Darstellung Al Pacinos zu verdanken, dass man als Zuschauer durchaus Verständnis für Shylocks Motive hat, auch wenn man sein Handeln nicht gutheißen kann. Der Film, an faszinierenden Originalschauplätzen gedreht und um historische Genauigkeit bemüht, zeigt eindringlich die widrigen Umständen, unter denen die jüdischen Venezianer damals im Ghetto leben mussten, ständig geschmäht, beschimpft und bedroht. Die täglichen Erniedrigungen haben Shylocks Herz verbittert, doch der Verlust seiner Tochter Jessica, die sich mit einem Christen aus Bassanios Gefolgschaft einlässt und dabei einen Großteil der Barschaft ihres verhassten Vaters stiehlt, ist zuviel des Schlechten und der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Shylocks Wunsch, nach all den Verletzungen, die er ertragen musste, seinem ärgsten Peiniger ebenfalls unermessliche Schmerzen zuzufügen, als sich die Gelegenheit dazu ergibt... wer kann es ihm verdenken?

    Wie der gramgebeugte Geldverleiher nicht von Grunde auf böse ist, sondern geprägt durch ein Leben voller Demütigungen und Widrigkeiten, so ist auch der Kaufmann Antonio kein untadeliger Heiliger. Er bespuckt Shylock ohne jeden Grund, nur weil dieser ein Jude ist, und weil es eben den guten Sitten der damaligen Zeit entspricht. Als er jedoch erkennt, in welch missliche Lage ihn seine Überheblichkeit und sein bester Freund Bassanio gebracht haben, beweist er Mut, indem er dem scheinbar unausweichlichen Ende so tapfer wie möglich ins Auge blickt. Bassanio hingegen, dem zuliebe sich Antonio überhaupt erst an Shylock gewandt hat, präsentiert sich zunächst als charmanter, aber auch egoistischer Draufgänger, der zulässt, dass sich Antonio an den Geldverleiher ausliefert. Er nutzt die Zuneigung des älteren Mannes für seine eigenen Zwecke, lässt jedoch nichts unversucht, um seinem Freund in dessen dunkelster Stunde beizustehen. Selbst die liebreizende und engelsgleiche Portia scheint es über Gebühr zu genießen, Shylock weit mehr mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, als es notwendig wäre, um Antonio in letzter Sekunde zu retten. Am Ende kann man für den alten Shylock, der alles riskiert und verloren hat, fast nur Mitleid empfinden.

    Shakespeare und Radford beschreiben die Menschen, wie sie sind, mit all ihren guten und schlechten Eigenschaften. Die Sprache des Dichters und die Zeit, in der das Stück spielt, mögen der Vergangenheit angehören, die Thematik selbst ist so aktuell wie eh und je, denn unsere Gesellschaft ist noch immer geprägt von Vorurteilen, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

    Abgesehen davon ist DER KAUFMANN VON VENEDIG Filmkunst in Vollendung, atmosphärisch dicht und spannend inszeniert, bis in die Nebenrollen glänzend besetzt und mit Liebe zum Detail ausgestattet. Großes Kino, wie es sein sollte, nicht nur für Shakespeare-Fans.
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(13)
  • Einer von Mackenzie Crooks besten Filmen

    Bewertung - 3.5 Sternen  
    Nach ein mitglied , 02. Apr 2013
    Mackenzie Crook (FLUCH DER KARIBIK, THE OFFICE, THE BROTHERS GRIMM) spielt die Rolle des Lancelot. Auch Zuleikha Robinson (THE LONE GUNMEN) wirkt mit.
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  • Nicht langweilig anschauen!

    Bewertung - 5.0 Sternen  
    Nach ein mitglied , 19. Apr 2011
    Ein wirklich fantastischer Film, er hat wirklich Sinn und Unsinn in einem Werk. Beides kommt vor und beides wird hier deutlich dargestellt. Für alle die antike Filme anschauen und diese auch mögen einfach nur sehenswert. Kein bischen langweilig!
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  • Oh, Meister Shakespeare!

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach ein mitglied aus Naila , 13. Sep 2009
    Welch' zauberhafte Entführung in eine längst vergangene Welt...romantisch, leidenschaftlich, poetisch, anrührend....ahnend, wie staunend und ehrfurchtsvoll die Menschen damals noch gewesen sein müssen....

    Wie Schade, daß unsere heutige Sprache all dem entbehrt....so lasset uns erahnen die Anmut und Schönheit der Jungfrauen, den Mut und die Kraft der Jünglinge, die nächtliche Umgebung von Fackeln und Kerzen erhellt....den Morgen eines neuen Tages im Sonnenlicht in Dankbarkeit und Demut begrüßen.....

    ich komme gar nicht mehr gerne zurück ins Jahr 2009....
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  • Ein Shakespeare...

    Bewertung - 3.0 Sternen  
    Nach ein mitglied aus München , 29. Jul 2009
    ...,der mal ganz andere Seiten zum Vorschein bringt. Denn wie der gute Shylock dargestellt wird, mutet der alte W.S. etwas antisemitisch an. Dennoch ist die Geschichte gut durchdacht, die Dialoge sind spritzig. Die Sprache blumig und gewaltig wie immer. Ein echter Shakespeare eben.

    Auch, wenn 'der Kaufmann von Venedig' meiner Meinung nach besser hätte besetzt werden können und die Frauen den Männern gegen Ende ganz schön übel mitspielen. Ist der Film eine erfreuliches Mal für ein Fastfoodfilm gewöhntes Publikum.

    Die Inszenierung ist zwar farbenprächtig, aber nicht zu vergleichen mit Kenneth Branagh Verfilmungen, weswegen das Urteil lautet: Gut, wäre aber noch besser gegangen...
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  • Super Film

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach ein mitglied aus Schlehdorf , 18. Jun 2009
    Eine der besten Shakespearverfilmungen der letzten Jahre . Brilliant gespielt von Al Pacino, gibt er eine überzeugende Charakterdarstellung des Juden Shylock ab. Kostüme, Auswahl der Schauplätze und die nötigen Kürzungen des Originaltextes sind sehr behutsam erfolgt. Alles in allem eine sehr sehenswerte und für einen Shakespeartext auch relativ verständliche Filmversion, die meines Erachtens auch für nicht Shakespeare-Fans Genuss verspricht - aber nichts für die Popcorn-Generation mit Abneigung gegen Anspruch.
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