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Bella Martha Kritik
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19. Juli 2008
Ob jetzt nun das deutsche Original oder das amerikanische Remake (No Reservations) besser ist, das ist schwierig zu sagen. Hier gibt es ja offensichtlich sehr gegensätzliche Meinungen. Ich habe beide Filme gesehen und mir sind folgende Dinge aufgefallen:
Der deutsche Film kommt ohne großmächtigen Soundtrack aus. Die Schauspieler brauchen keine derartige Unterstützung um die Emotionen rüberzubringen.
Der amerikanische Film ist rein optisch angenehmer anzuschauen, weiches Licht, gedeckte Farben, elegante Designerwohnung, modelliertes Make-up (US) gegen hartes, graues (echtes) Licht, Altbauwohnung, spartanische Einrichtung und fast unsichtbares Make-up (D). Diese Hauptunterschiede sind der Grund, warum der deutsche Film in den USA nie Erfolg haben würde. Die Bilder sind einfach nicht "schön" genug, der Film ist, wenn man so will, optisch zu nah am Leben.
Die US Martha (Zeta-Jones) hat mir persönlich einen Tick besser gefallen, da sie die manische Komponente besser rüberbringt. Dafür war der deutsche (bzw. italienische) männliche Hauptdarsteller um Längen besser, trotz der etwas unbeholfenen Synkronisation. Der weichgespühlte US-Milchbubi war einfach nur langweilig. Der Rest der Besetzung ist gleichwertig, ja geradezu austauschbar. Die Präsentation des Essens ist im US-Fim etwas besser, im deutschen Film kommt das nicht so zur Geltung, obwohl das Essen und das Kochen ja Marthas Lebensmittelpunkt sind.
Man muß es den Machern des Remake lassen, sie haben sich über weite Strecken geradezu sklavisch an die Vorlage gehalten. Kennt man den einen, kennt man auch den anderen.
Wer deutsche Filme gewohnt ist und mit der grauen Welt da draußen leben kann, dem kann man "Bella Martha" durchaus empfehlen. Wer eher weichgespühlte Hollywood-Optik vorzieht der sollte zu "No Reservations" greifen.

