Großes, packendes und gefühlvolles Meisterwerk
Babel Kritik
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5. Juli 2010
Es gibt Filme, deren emotionalem Sog man sich kaum entziehen kann. Filme, die einen aufrütteln und nicht mehr loslassen.
'Babel' ist ein solcher Film. Nach 'Amores Perros' und '21 Gramm' erschafft der mexikanische Regiekünstler Alejandro González Inárritu sein Meisterstück. Mit diesem Film vollendet der Filmemacher seine Trilogie über Schuld, Sühne, Schicksal und Zufall.
Es kommt nur wirklich selten vor, dass man als Zuschauer von einer Geschichte vom ersten Moment an so fasziniert ist und somit über die gesamte Laufzeit emotional völlig involviert bleibt. Inárritu gelingt dieses Kunststück.
Die episodenhafte Struktur hat der Regisseur auch schon in seinen vorigen Werken angewandt. Diese Art des Filmemachens ist gewiss nichts neues, denkt man da beispielsweise an Tarantinos Filme, vor allem natürlich 'Pulp Fiction' oder auch an die von Robert Altman ('Short Cuts') und Paul Thomas Anderson ('Magnolia'). Doch nicht nur, dass einzig und allein echte Meister diese Technik beherrschen, führt Inárritu diesen Stil auf eine neue Ebene. 'Babel' umfasst die miteinander verwobenen Schicksale verschiedener Menschen über den gesamten Globus verteilt.
Zugrunde liegt dieser, wie auch schon in '21 Gramm', nicht chronologischen Erzählstruktur die Theorie des Schmetterlingseffekts. In diesem Fall ist es der versehentlich ausgelöste Schuss aus einem Gewehr zweier marokkanischer Hirtenjungen, der eine amerikanische Touristin (Cate Blanchett) trifft. Diese ungewollte Tat löst eine Kette dramatischer Auswirkungen auf drei verschiedenen Kontinenten aus.
Inárritu schafft es ohne Zweifel auf meisterhafte Weise, diese heikle Geschichte nicht nur plausibel, sondern auch emotional dicht und extrem intensiv zu erzählen.

