Die 20 besten Filme im Mai 2012

Zu viel gewollt

Adaption. Kritik

Bewertung - 2.0 Sternen

Von: Jennile1 Avatar Bild

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Adaption.

Regisseur Spike Jonze
Genres Komödie
Laufzeit 110 Minuten Altersfreigabe 12

3. August 2011

Charlie Kaufman ist schon ein armer Tropf. Seine Chance bei seiner Liebe Amelia hat er vertan. Er soll das unverfilmbare Buch 'Der Orchideendieb' zu einem Drehbuch umschreiben. Und dann eröffnet ihm sein gewitzter Zwillingsbruder Donald auch noch, dass er jetzt auch Drehbücher schreiben will. Kein Wunder, dass der für 'Being John Malkovich' gefeierte Drehbuchautor Charlie da in eine tiefe Schreibkrise fällt. Konflikte gibt es in 'Adaption' damit genug zu bewältigen, auf einen handhabbaren Plott wird hier jedenfalls nichts heruntergebrochen.

Eins ist mal klar: Um Blumen geht es bei 'Adaption' nicht. Vielmehr als mit den duftenden Pflänzchen sind die Figuren mit sich selbst beschäftigt, denn sie haben allerlei Konflikte zu meistern: in der Familie, in der Liebe, im Beruf und im Leben allgemein. Dieses umfassende Krisenmanagement macht Spike Jones' Werk zu einem traurigen und stellenweise überladenen Film.

Der melancholisch drein blickende Drehbuchautor Charlie Kaufman (perfekt besetzt mit Nicolas Cage) wird beauftragt das Buch 'Der Orchideendieb' der New Yorker Journalistin Susan Orlean (passend: Meryl Streep) zu einem Drehbuch umzuschreiben. Es handelt von John Laroche, der versessen auf der Suche nach der Ghost-Orchidee ist. So weit, so unspektakulär - doch Charlie findet das Buch großartig. Er will die intellektuelle und doch leer wirkende Orlean mit seiner Verfilmung nicht enttäuschen und schlittert so mitten in eine Schreibblockade und Sinnkrise. So viel Stoff muss seiner Meinung nach in den Film: von Blumen soll er handeln, vom Menschen und wie das Leben begann. Der Druck auf ihn wird erhöht, als sein gewitzter Zwillingsbruder Donald (ebenfalls Nicolas Cage) auch ins Drehbuchschreiben einsteigt. Letztlich hilft alles nichts und Charlie beschließt, Susan kennen zu lernen. So erhofft er sich einen besseren Zugang zu ihr und ihrem Buch. Und wenn er schon mal in New York ist, so besucht der Resignierte - auf Anraten Donalds - noch ein Seminar der Drehbuch-Koriphäe Robert McKee. Dieser sensiblisiert Charlie genau dafür, was in Orleans Buch fehlt: eine Handlung. Die Figuren müssen eine Entwicklung durchmachen. Dieses Credo gibt vermutlich letztlich den Ausschlag dazu, dass Charlie und Donald Susan Orlean nach Florida folgen. Im Hinterhaus von Laroches Gewächshaus fällt die Intellektuellen-Fassade von Orlean.

Durch Charlies gedankliche Monologe gibt 'Adaption' einen überzeugenden und interessanten Einblick in die (Vor-)Arbeit eines Drehbuchautors. Seine Probleme, Ansätze, Abbrüche und Neuanfänge sind ein zermürbender Prozess. Doch nicht nur damit hat Charlie zu kämpfen. Auch Susan, die ein scheinbar erfülltes Leben in der New Yorker Intellektuellen-Szene hat, ist von einer Traurigkeit geprägt. Sie bewundert Laroches flammendes Interesse für Orchideen und ist selbst so frei von jeglicher Hingabe für etwas. Dabei ist

Es scheint als wollte der Drehbuchautor zu 'Adaption', der tatsächlich Charlie Kaufman ist, ein bisschen zu viel vom Krisenmanagement: Es gibt Charlies Liebeskonflikt mit Amelia, eine Art Bruderkonflikt, der wahrscheinlich nur einseitig bei Charlie angesiedelt ist. Ganz zu schweigen von

Charlies Schreibkrise, die sich hübsch in seinen traurigen Lebensstil fügt. Susans Leben ist ebenso verkorkst. Sie leidet an ihrer Leidenschaftslosigkeit und versucht diese mit dem Abenteuer mit John Laroche auszufüllen.

Über den Kritiker: Jennile1

Geliehene Titel: 25

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