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Capote
1 Std. 49 Min. 12

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Laufzeit: 1 Stunde 49 Minuten
Erscheinungsdatum: Noch unbekannt
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Beste Kritik Capote

  • Mitgliederkritik

    Bewertung - 5.0 Sternen  
    Nach ein mitglied aus DE , 19. Jul 2008

    [Hoch bewerteter Kritikenschreiber]

    "Capote" ist keine Filmbiographie über das ganze Leben des Schriftstellers Truman Capote, wie man anhand des Titels denken könnte. Der Film konzentriert sich vielmehr auf die 4 Jahre, die Capote benötigt hat, um sein erfolgreichstes Buch zu schreiben: "In Cold Blood", zu deutsch "Kaltblütig".

    Dennoch erfährt man in diesem Film recht viel über die Figur Truman Capote. Denn der Film behauptet, dass diese vier Jahre den Menschen Capote in einer Weise beeinflusst und - ja, auch geöffnet, vielleicht sogar beschädigt haben, dass es ihm danach unmöglich war, sein Leben als Künstler fortzuführen. Denn immerhin vollendete er nach "In Cold Blood" kein weiters Buch, verfiel immer mehr dem Alkohol und erregte eigentlich nur noch als Talkshowgast öffentliches Aufsehen.

    Ob diese Zeit wirklich einen solchen Einfluss aus Truman Capote hatte, kann ich nicht beurteilen. Der Film beruft sich weitestgehend auf eine wohl recht bekannte Biographie über den Schriftsteller und ist wohl schon um Authentizität bemüht. Aber selbst wenn viele Dinge hinzugedacht oder sogar verfälscht wären würde ich "Capote" faszinierend finden:

    Denn mir fällt kein weiterer Film ein, der die innere Zerrissenheit eines Menschen so ausführlich, aber gleichzeitig auch so spannend darstellt.

    Wie es zu dieser Zerrissenheit kommt, ist leicht verständlich: "In Cold Blood" war nicht vollständig Fiktion, sondern beschrieb einen real stattgefundenen Mord an einer Farmerfamilie in Kansas. Um dieses Buch schreiben zu können, recherchiert Capote nicht nur umfassend sondern geht noch einen Schritt darüber hinaus: Er nimmt Kontakt mit den gefassten Mördern auf, unterstützt sie bei ihrer Verteidigung und besucht sie häufig im Todestrakt, um sie zu interviewen.

    Dabei entwickelt er eine Freundschaft mit einem der Täter, Perry Smith. Oder sogar noch mehr, denn in gewisser Sicht fühlt er sich mit diesem Mörder sogar geistig verwandt. Auch dieser hat durchaus künstlerisches Talent, er zeichnet. Allerdings genoss er so gut wie keine schulische Ausbildung und ist dementsprechend ungebildet. Etwas weiteres verbindet die beiden: Beide hatten eine schwierige Kindheit, doch Capote hat es aus dem Kreislauf von Perspektivlosigkeit zu Gewalt hinausgeschafft. Er beschreibt das in einer Szene in dem Film hervorragend. Hier sagt er: "Ich habe das Gefühl, als wären wir beide im selben Haus geboren. Doch während ich zur Vordertür hinausging, ist Perry hinten hinausgegangen."

    Auf der anderen Seite steht nun das Buch. Er schreibt es und während dem Schreiben wird ihm klar, dass er es nur veröffntlichen kann, wenn die beiden Täter hingerichtet wurden. Denn auch wenn er durchaus Verständnis für die Person Smith aufbringt, so verurteilt er dennoch dessen Tat und beschreibt diese so brutal, wie sie wohl auch begangen wurde, ohne Entschuldigungsgründe für die Täter anzuführen.

    So kollidiert also das Buch mit der Beziehung zu Perry Smith. Wie dies Capote belastet, aber auch wie er mit dieser Belastung umgeht, ist interessant anzusehen: Zwischen ungeheurem Selbstmitleid, echtem Leid, Empathie für die Täter und gnadenlosem Verfolgen seiner Interessen (er erpresst und belügt seinen Freund Perry, um an weitere Informationen zu kommen) schwankt Capote ständig. Hier ist auch das unglaubliche Spiel von Philip Seymour Hoffman hervorzuheben: Die Gefahr war sicher groß, Capote nur über sein exzentrisches Auftreten darzustellen. Aber Hoffman gelingt es, häufig auch nur durch Andeutungen, ständig das innere Vorgehen mit darzustellen. Überhaupt ist der Film großartig darin, Sachen durch kleine Andeutungen darzustellen, ohne alles Erklärungsbedürftige bis zum Ende durchzukauen.

    Auch wenn Hoffman ständig im Mittelpunkt des Filmes steht, gelang es Regisseur Bennett Miller auch die Nebenrollen sehr gut zu besetzen. Catherine Keener und Clifton Collins Jr. als Perry Smith möchte ich daher noch hervorheben. Miller hat hier wirklich sorgfältig gearbeitet, er hat wohl auch jeden Statisten einzeln ausgewählt, wie man aus dem Bonusmaterial erfährt. Ob man diese Detailliebe dem Film aber wirklich anmerkt wage ich mal zu bezweifeln.

    Eine andere Detailliebe dagegen bemerkt man auf jeden Fall: Der Film hat einen eigenen optischen Stil verpasst bekommen, auf jegliches blau und rot wurde zum Beispiel verzichtet. Inwieweit dies der Geschichte nutzt mag ich nicht beurteilen. Es schadet ihr aber auch in keinem Fall.

    Zum Ende möchte ich noch anmerken, dass Kenntnis des Buches beim Ansehen des Filmes sicher hilft. Denn über den eigentlichen Buchinhalt erfährt man kaum etwas. Ich selber habe mal eine Hörspielbearbeitung von "Kaltblütig" gehört, die hat mir sehr gut gefallen. Wenn es die noch zu kaufen gibt kann ich sie nur empfehlen. Genauso uneingeschränkt - man wird es dem Text schon angemerkt haben - möchte ich letztendlich hier auch "Capote" empfehlen. Meiner Ansicht nach wirklich sehenswert.
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(21)
  • Starkes Spiel, authentische Hintergrundgeschichte.

    Bewertung - 3.5 Sternen  
    Nach ein mitglied , 05. Feb 2013
    Die Verfilmung von Capotes Buch 'Kaltblütig' ist der packende Krimi, 'Capote' selbst ist eher eine geduldige Charakterstudie der Beteiligten. Philipp Seymour Hofman als Truman Capote ist ganz groß. Die Ausstattung des Films ist top. Leider taucht man nie so richtig ein, die herausragende Szene, der Höhe- oder Wendepunkt soz. fehlt. Dennoch: starkes Spiel vor authentischem Hintergrund.
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  • ein film für einen allein

    Bewertung - 4.0 Sternen  
    Nach PeachN (79 Kritiken) , 05. Feb 2013
    ist gut für alleine schauen und mit niemandem dabei quatschen. kann einem das eigene seelenleben vor augen führen, bis hin zu der frage: wie groß ist der innere schweinehund, der in jedem von uns eine wohnstatt findet?
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  • absolut sehenswert

    Bewertung - 5.0 Sternen  
    Nach ein mitglied , 17. Apr 2012
    Super film, schockierend, traurig, echt. Oscar ist verdient.

    unbedingt in englisch gucken. Capote kommt dann überzeugender rüber

    unglaiblich, dass es auf einer wahren begebenheit beruht
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  • Jetzt mal Butter bei die Fische

    Bewertung - 5.0 Sternen  
    Nach ein mitglied aus Hamburg , 02. Dez 2010
    denkt man immer zwischendurch und dann kommt es doch wieder anders... Ein ruhiger, fast zäher Film, der vor sich hinplätschert. Und ganz ehrlich, keine große Geschichte. ABER sehr schöne Bilder, tolle Einstellungen, großartige Schauspieler und eine Art der Kamera, die seinesgleichen sucht. Viel Spass!
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  • Ein absolutes Meisterwerk !

    Bewertung - 5.0 Sternen  
    Nach JackieWhite (21 Kritiken) aus Weltbürgerhausen , 30. Jul 2010
    Am Anfang des Filmes war ich etwas enttäuscht und darauf eingestellt, diesen Film nur mit Mühe ansehen zu können, einfach deswegen, weil eine Kamera zu stark wackelte, in der sie nicht wackeln dürfte von der Szene her. Doch dann begann mich diese leise Eindringlichkeit des Filmes zu fesseln, obwohl alles seinen langsamen unspektakulären Gang geht. Und dann fiel mir auf, wie meisterhaft gespielt die einzelnen Figuren waren. Wiederrum muss man feststellen, dass hier nicht geprotzt wird, sondern dass alle Personen ein natürliches Aussehen haben und nicht auf übertrieben HighSociety-mäßig gemacht wird. Der Film fesselt vor allem durch seinen Hauptdarsteller Philip Seymour Hoffman, der für diese Rolle auch den Oscar erhielt. Wie er mit leiser hoher Stimme Capote spielt, hin und her gerissen zwischen Starallüren als Schreiber und menschlichem Mitfühlen mit den gefangenen Mördern, das ist genial eben auch wegen diesem Understatement. Er wimmert sich durch den Film und man ist gespannt darauf, ihm zu folgen. Ein eitler Narr, der auch mit Unsinnigkeiten sein Publikum unterhalten kann aufgrund seiner Macht als gefeierter Schriftsteller. Spannend zu sehen, wie er die Gefangenen übertölpelt zu Gunsten seines Werkes, Ihnen vorlügt und trotzdem immer noch glaubhaft bleibt. Er wartet ungeduldig auf ihr Sterben um seinen Roman fertigstellen zu können. Als letzte Szenen die Tötung der beiden Mörder, ebenfalls sehr bewegend auch in unscheinbaren Einzelheiten. Als letztes möchte ich noch die überzeugende Leistung des Perry, einer der Mörder, loben, gespielt von Clifton Collins junior. Dieser Film ist wie ein Orkan, der sich als leiser Wind tarnt. Beeindruckend !
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