Hart und kompromisslos
96 Hours Kritik
- 108
- 16
21. Februar 2009
Knallharter und gnadenloser Action-Thriller mit Liam Neeson.
Die Story ist hierbei kaum erwähnenswert und folgt die meiste Zeit über dem üblichen Schema. Was den Film allerdings trotzdem zu etwas besonderem werden lässt, ist seine unglaubliche Intensität und Kompromisslosigkeit. Der Held geht hier, trotz seiner nachvollziehbaren Motivation, moralisch sehr fragwürdig vor und man weiß oft gar nicht so recht, ob man jetzt noch mit ihm sympathisieren sollte oder nicht. Doch genau in diesen Augenblicken zieht der Film die Bremse und gibt dem Zuschauer etwas Luft zum Atmen. In diesen ruhigen Szenen wird deutlich, dass Bryan eigentlich ein gebrochener Mann ist, der vom Leben zerstört wurde und für den seiner Tochter alles ist, was ihm noch bleibt. Liam Neeson schafft es immer dem Charakter in den ruhigen Momenten genauso viel Glaubwürdigkeit zu geben, wie in den extrem harten Action-Szenen, wodurch er es schafft, den Zuschauer selbst nach der sehr fragwürdigen Folter-Szene wieder auf seine Seite zu ziehen. Die Action-Szenen selbst sind, wie gesagt, sehr hart, aber ein bisschen weniger Kamera-Gewackel hätte hier und da durchaus gut getan. Der Film erinnert in vielen Momentan an die Rache-Filme der 80er, auch wenn man hier einen ganz anderen Typ von Held serviert bekommt. Das einzige, was bei diesem Film etwas stört, ist das extrem kitschige Ende, das nach dem vorhergegangen Amok-Lauf einfach nicht so richtig passen will.
Wer endlich mal wieder einen harten und kompromisslosen Action-Film sehen will, der mal keinen glatt gebügelten Helden zeigt, der immer nur gutes tut, darf sich 96 Hours auf keinen Fall entgehen lassen.

